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Ihr Ratgeber über das Schleifen

Mit welcher Körnung schleift man Holz: Infos & Wissenswertes

Holz ist ein Werkstoff, den Sie sowohl mit der Hand als auch mit maschineller Unterstützung schleifen können. Viel wesentlicher als die Art des Schleifens ist meiner Ansicht nach aber die Körnung. Diese entscheidet im Grunde darüber, ob das Ergebnis gut oder perfekt wird. In diesem Artikel erkläre ich, mit welcher Körnung man Holz schleift, was Sie dabei alles zu beachten haben und wie Sie beim Schleifen von Holz richtig vorgehen.

Was ist die Körnung bei einem Schleifpapier?

Die Körnung bestimmt an und für sich, wie fein bzw. wie grob mit dem jeweiligen Schleifpapier geschliffen werden kann. Diese Körnung drückt sich durch eine Zahl aus, die meist auf der Rückseite der Schleifscheiben bzw. des Sandpapiers abgedruckt ist. Je höher diese Zahl, desto feiner ist das Sandpapier. Diese Zahl wird auch als Körnungsnummer bezeichnet.

Wenn Sie bei Holz allerdings eine zu grobe Körnung wählen (also unter 80), kann es sein, dass Schleifrückstände in der Holzoberfläche verbleiben, die kein optimales Schleifergebnis darstellen. Es kommt jedoch speziell bei Holz immer auch darauf an, wie weich bzw. hart es ist und um welches Holz es sich konkret handelt.

Den Unterschied zwischen groben und feinen Schleifpapieren erkennen Sie in der Regel ganz leicht daran, in dem Sie vorsichtig mit den Fingerkuppen drüberfahren: Je feiner das Papier, desto weniger Widerstand spüren Sie. Bei extrem feinen Schleifpapieren würde man kaum vermuten, dass es überhaupt eine Körnung hat.

Vergleich Körnungen

Hier beispielhaft zwei unterschiedliche Körnungen des selben Herstellers. Der Farbunterschied deutet bereits darauf hin, dass die Körnungen nicht gleich fein sind. Die 180er Körnung ist dabei feiner als die 120er Körnung.

Ist die Körnung das einzige Kriterium?

Neben der Körnung selbst sind noch weitere Kenngrößen wichtig, die allerdings in der Praxis meist weniger beachtet werden. Es handelt sich dabei um die Streuung sowie die Härte:

Streuung

Die Streuung eines Schleifpapiers gibt an, wie viele Zwischenräume zwischen den Körnern auf dem Schleifpapier vorhanden sind. Man unterscheidet:

  • Offene Streuung: Hier sind etwa 60% der Oberfläche mit Schleifkörnern versehen.
  • Halboffene Streuung: Hier sind etwa 75% der Oberfläche mit Schleifkörnern versehen.
  • Dichte Streuung: Hier gibt es kaum Zwischenräume zwischen den Schleifkörnern.

Je höher die Anteile an Zwischenräumen sind, desto besser ist dieses Schleifpapier* beispielsweise für Nadelhölzer mit höherem Harzanteil geeignet, weil dadurch diese Anteile besser abgeführt werden können. Je weicher ein Holz ist, desto eher sollten Sie daher auf offene oder halboffene Schleifpapiere zurückgreifen. Sehr harte Holzarten können auch mit dichter Streuung geschliffen werden.

Härte

Die Härte des Schleifpapiers bzw. der Körnung wird mit einem Buchstaben bezeichnet, der meistens vor der Zahl steht, die für die Feinheit steht. Es lassen sich diese Buchstaben (A bis Z)wie folgt einteilen:

  • A bis D: extrem weich
  • E bis G: sehr weich
  • H bis K: weich
  • L bis O: mittelhart
  • P bis S: hart
  • T bis Z: extrem hart

Diese Hörte gibt aber nicht etwa an, wie hart das Schleifpapier* an sich ist sondern gibt die Widerstandskraft bzw. die Bindung der einzelnen Körner an. Bei einer hohen Härte lösen sich die einzelnen Schleifkörner also nicht in dem Maße, wie das bei einer hohen Weichheit der Fall ist.

Härte Schleifpapier

Der Buchstabe vor der Zahl gibt die Körnungs-Härte an. „P“ steht dabei für eine harte Körnung, „A“ zum Beispiel für eine extrem weiche Körnung. Bei einer weichen Körnung lösen sich die Schleifkörner viel leichter als bei einer harten.

Mit welcher Körnung schleift man Holz?

Ich habe in der nachstehenden Tabelle zusammengefasst, wie ich die Körnungsnummer für Holz einteile. Beim Heimwerken habe ich die Erfahrung gemacht, dass gewisse grobe Körnungen speziell bei weichen Hölzern sehr heikel sind. Je niedriger die Nummer, desto gröber das Papier und desto abrasiver ist es. Wenn Sie hier beispielsweise mit einer Maschine arbeiten, kann es schnell einmal passieren, dass Sie zu viel wegschleifen.

KÖRNUNGEIGENSCHAFTEIGNUNG FÜR
bis etwa 80grobSehr gute Eignung für das Abschleifen von alten Lacken, Farben und Leimresten, etc., um die Oberfläche davon zu befreien.
100 bis 150mittelgrobGut geeignet für den Vorschliff auf Holz vor dem Auftrag von Anstrichen.
180 bis 220feinFür den feinen Schliff von Holzoberflächen. Dieses ist meist der letzte Schliff vor dem Grundieren.
ab 240sehr feinZwischenschliff (zum Beispiel nach dem Grundieren oder Lackieren) und Endschliff.

Natürlich ist diese Einteilung nicht in „Stein gemeißelt“. Andere Quellen (die ich recherchiert habe) nennen beispielsweise folgende Einteilung:

  • 12 bis 80: grob
  • 100 bis 280: mittel
  • 320 bis 600: fein
  • 800 bis 2500: sehr fein

Eine allgemein gültige Regel dazu ist mir nicht bekannt. Mit der Zeit werden Sie es im Gefühl haben, welche Körnung für welchen Zweck geeignet ist.

Mit der Maschine oder doch lieber mit der Hand schleifen?

Während es in sehr frühen Zeiten kaum eine Unterstützung beim Schleifen gab, gibt es heutzutage eine Reihe von Maschinen, die Ihnen das Schleifen von Holz und anderen Oberflächen erleichtern können. Ich selbst arbeite auch bevorzugt mit solcher Unterstützung es sei denn, es ist nicht möglich oder ineffizient. Dafür gibt es mehrere Gründe:

  • Größe der Fläche: Bei sehr kleinen Flächen zahlt es sich oft nicht aus, mit einer Schleifmaschine zu agieren. Hier sind Sie meist schneller, wenn Sie gleich mit der Hand schleifen.
  • Form der Fläche: Manche Oberflächen, die verwinkelt, hinterschnitten oder schwer zugänglich sind, können nur händisch geschliffen werden. Dazu zählen auch runde Formen, wie zum Beispiel ein rundes Tischbein. Mit einer Maschine würden Sie hier womöglich die Form zerstören.
  • Heikle Flächen: Wenn es sich um ganz besondere Holzoberflächen handelt, sind Sie oft auf der sicheren Seite, wenn Sie händisch vorgehen. Bei Schleifgeräten besteht immer die Gefahr, dass zu viel abgeschliffen wird, was sich negativ auswirken kann.

Ich versuche daheim eine gute Balance zu finden: Große Flächen schleife ich gerne mit einem Bandschleifer oder Deltaschleifer. Ich bin mir aber auch nicht zu Schade einfach mit einem Schleifklotz* und der Hand zu arbeiten. Ich entscheide das in Abhängigkeit der Holzart, der Lage und der Form der Oberfläche sowie deren Größe.

Letzte Aktualisierung: 29.09.2022, Bilder von amazon.de

Spezieller Tipp: Holz vor dem Schleifen wässern

Wenn Sie Holz schleifen können Sie es davor auch einwässern bzw. einnässen. Das hat den Sinn, dass sich nach dem Trocknen die Fasern des Holzes aufstellen und es dadurch rau wird. Mit einem neuen, ungebrauchten Schleifpapier* feiner Körnung können Sie danach diese Fasern wegnehmen und die Oberfläche so ganz besonders schön hinbekommen.

Nehmen Sie dazu einen Schwamm zur Hand und feuchten Sie diesen ein. Streichen Sie nun entlang der Holzmaserung über das Holz, bis es feucht ist. Nun lassen Sie es trocknen und verwenden dann zum Schleifen ein neues Schleifpapier feiner Körnung. Ich wende das so gut wie immer bei Holzoberflächen an, vor allem dann, wenn ich es nachher grundieren und streichen möchte.

Wenn Sie ein Stück Holz ohnehin nass waschen müssen, schlagen Sie dabei auch gleich zwei Fliegen mit einer Klappe. Durch das nasse Reinigen, erzielen Sie gleich den Effekt des Aufrichtens der Fasern und brauchen die Oberfläche so nicht „extra“ einzuwässern.

Mit welcher Körnung schleift man Holz: Fazit & Zusammenfassung

Je nachdem, was Sie erreichen wollen, gibt es unterschiedliche Körnungen beim Schleifen von Holz. Das Wegbekommen von Altanstrichen funktioniert mit einer groben Körnung exzellent. Zwischenschliffe (beispielsweise nach dem Grundieren) und Endschliffe sollten aber mit feiner bzw. sehr feiner Körnung durchgeführt werden.

Ob Sie dazu maschinelle Hilfe wählen oder nicht sollten Sie anhand des jeweils zu schleifenden Stück Holzes entscheiden. Beachten Sie, dass die Körnungsnummer alleine nicht bei Holzoberflächen entscheidend ist. Achten Sie auch auf die Streuung (dicht, halboffen, offen) bzw. die Härte (A bis Z) des Schleifpapiers*.

Sehen Sie sich zum Abschluss ein aus meiner Sicht geeignetes Schleifpapier Set an, mit dem Sie Holz schleifen können und dabei sehr flexibel sind:

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