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Ihr Ratgeber über das Schleifen

Schleifspuren beim Exzenterschleifer vermeiden und ausbessern

Nicht immer gelingt jeder Schliff mit jedem Gerät fehlerfrei – das ist leider so, denn Fehler passieren immer wieder. Aber das ist an und für sich noch kein Grund zur Sorge – in Abhängigkeit des Mangels natürlich. In diesem Artikel erkläre ich, wie Sie Schleifspuren beim Exzenterschleifer vermeiden können und was Sie tun, wenn sich die Maschine doch einmal in Metall, Holz oder wo auch immer „eingegraben“ hat.

Warum können bei einem Exzenterschleifer Schleifspuren entstehen?

Der Exzenterschleifer arbeitet sowohl kreisförmig als auch rotativ: Der Schleifschuh bewegt sich also in kreisförmig-schwingenden Bewegungen (wie der Schwingschleifer) und zusätzlich rotiert dieses Scheibe als Ganzes. Das hat den angenehmen Effekt, dass der Abrieb höher ausfällt und die Arbeitszeit dadurch geringer werden kann.

Ein nicht so angenehmer Nebeneffekt ist es aber, wenn der Exzenterschleifer Schleifspuren hinterlässt. Das kann aufgrund verschiedener Ursachen passieren:

  • Es wurde mit zu hohem Druck geschliffen.
  • Der Exzenterschleifer wurde zu wenig bewegt und ist zu lange an derselben Stelle verharrt.
  • Die Schleifscheibe war nicht sauber und hat Schmutz auf die Oberfläche gebracht.
  • Der Schleifteller ist kaputt/uneben und schleift daher nicht mehr plan ab.
  • Die Körnung des Schleifpapiers wurde nicht in kleinen Schritten erhöht.

Zu all diesen Punkten möchte ich nun etwas im Detail eingehen und auch erklären, was ich damit meine bzw. wie Sie es besser machen können:

Zu hoher Druck beim Schleifen

Das ist häufig ein grundsätzliches Problem: Ich erlebe immer wieder (und bei mir war es früher auch nicht anders), dass der Exzenterschleifer mit Gewalt in die Oberfläche gedrückt wird. Das ist gar nicht erforderlich. Das Eigengewicht des Geräts reicht in der Regel aus, um die Oberfläche zu schleifen. Die Höhe des Abriebs bestimmen Sie in erster Linie mit der Feinheit der Körnung.

Da der Exzenterschleifer* rotiert, trägt er ohnehin mehr Material ab, als zum Beispiel der Schwingschleifer – da muss man ihn nicht auch noch so eindrücken, dass die Schleifspuren später zu sehen sind.

Ein Grundsatz lautet: Lassen Sie die Arbeit vom Gerät verrichten. Das geht natürlich nur, wenn alles rundum passt, etwa auch das Schleifpapier* mit der richtigen Körnung gewählt wurde und dieses auch noch nicht verbraucht ist.

Lack von Holz abschleifen mit Exzenterschleifer

Das extreme Herunterdrücken eines Exzenterschleifers ist meist nicht erforderlich. Oft reicht es, ihn einfach einhändig zu führen und die Arbeit durch das Eigengewicht der Maschine erledigen zu lassen.

Exzenterschleifer verharrt zu lange an selber Stelle

Auch das ist ein häufiger Grund für das Auftreten der Schleifspuren: Aus irgendeinem Grund verharren Sie zulange auf derselben Stelle. Das bringt im Normalfall nicht viel, außer dass eben die Schleifspuren noch deutlicher sichtbar werden, weil sich das Gerät (speziell bei weichen Werkstoffen) in das Material frisst.

So eine Vertiefung ist nicht mehr nur eine Schleifspur, sie kann zu einem echten Problem werden – spätestens dann, wenn von der Oberfläche bzw. einer Platte eine gewisse Schichtstärke erfordert wird.

Bewegen Sie also den Exzenterschleifer immer schön regelmäßig in kreisenden Bewegungen über die zu bearbeitende Oberfläche und arbeiten Sie beim Schleifen von Holz möglichst immer mit der Maserung und nicht quer zu ihr.

Keine saubere Schleifscheibe benutzt

Auch das kann eine unangenehme Sache sein. Achten Sie darauf, immer eine saubere Schleifscheibe zu benutzen, die möglichst nicht vorher für etwas Anderes benutzt wurde. Ein Klassiker ist zum Beispiel das Abschleifen von lackiertem Holz und später die Benutzung bei unbehandeltem Holz.

Speziell beim Schleifen von Metallen ist hier zusätzlich Vorsicht geboten: Schleifen Sie niemals Metalle mit Schleifpapier, dass zuvor für andere Metalle benutzt wurde. Der Eintrag des anderen Metalls kann zu Rost führen. Besonders unangenehm ist das bei der Kombination von Nicht-Eisen-Metallen (NE-Metalle, wie zum Beispiel Aluminium) und eisenhaltigen Metallen.

Benutzen Sie daher im Zweifelsfall vor jedem neuen Werkstück eine neue und saubere Schleifscheibe und benutzen Sie nicht irgendeine, die gerade herumliegt oder im Exzenterschleifer* eingespannt war. Der Verbrauch steigt dadurch zwar etwas an aber gerade Schleifscheiben sind meiner Erfahrung nach puncto Kosten sicherlich nicht das allergrößte Problem.

Makita BO5031 mit Schleifscheibe

Eine neue und saubere Schleifscheibe kann keinen Schmutz auf die zu bearbeitende Oberfläche bringen – berücksichtigen Sie das beim Beginn der Schleifarbeiten!

Kaputter Schleifteller verhindert ebenmäßiges Schleifen

Das kommt vermutlich ganz selten vor, ist aber ein Thema: Wenn der Schleifteller seitlich beschädigt ist oder der Klettmechanismus an der Oberfläche scheuert, kann das eine mögliche Ursache für Schleifspuren sein, die durch den Exzenterschleifer ausgelöst werden.

Auch das Eindrücken der Klettschichte auf der Unterseite des Geräts ist bei falscher Lagerung ein Problem. Daher empfiehlt es sich, die Schleifscheibe am Gerät zu belassen und erst dann auszutauschen, wenn Sie den Exzenterschleifer* das nächste Mal benutzen. Das bietet einen gewissen Schutz.

Achten Sie zudem darauf, dass der Schleifer nicht irgendwo herumliegt oder gequetscht wird. Bewahren Sie ihn so auf, dass der Schleifteller keinen Schaden nehmen kann, zum Beispiel in der Originalverpackung.

Körnungsgröße des Schleifpapiers nicht beachtet

Damit ist die Abfolge gemeint, mit der Sie eine Oberfläche schleifen. Für mich gibt es hier zwei Grundsätze:

  • Immer von grober Körnung zu feiner Körnung schleifen und nicht umgekehrt.
  • Nicht zu viele Körnungsnummern zwischen den Schliffen auslassen.

Letzte Aktualisierung: 29.09.2022, Bilder von amazon.de

Wenn Sie Holz bearbeiten und mit einem groben Schliff beginnen, sollten Sie eine Abstufung wählen, die beispielsweise dieser entspricht: 80 – 120 – 180 – 240. Anderenfalls besteht eine hohe Gefahr, dass Schleifspuren an der Oberfläche sichtbar werden – also etwa, wenn Sie nach der 80er Körnung gleich die 240er benutzen.

Schleifpapier Aluminiumoxid

Auch rundes Schleifpapier für den Exzenterschleifer gibt es in unterschiedlichen Körnungen (hier im Bild 40, 80 und 120). Wollen Sie mit dem Exzenterschleifer keine Schleifspuren produzieren, dann lassen Sie zwischen einzelnen Schritten nur wenige Körnungsnummern aus.

Schleifspuren mit dem Exzenterschleifer ausbessern

Um eventuell bereits vorhandene Schleifspuren auszubessern, habe ich hier noch ein paar Tipps für Sie:

  • Wenn es die Oberfläche zulässt, beginnen Sie mit einer etwas gröberen Körnung von Neuem und steigern sich in kleinen Schritten. So können Sie sukzessive die Schleifspuren des Exzenterschleifers etwas ausbessern, sodass Sie nach dem Endschliff mit der feinsten Körnung nicht mehr zu sehen sind.
  • Erhöhen Sie die Drehzahl des Schleifers: Das führt zu einem höheren Abrieb und kann zum Entfernen von Schleifspuren beitragen. Seien Sie aber vorsichtig – nicht zu viel wegschleifen.
  • Gehen Sie über die ganze Fläche mit einem Schwingschleifer (hier auch mehr: Unterschied zwischen Schwingschleifer und Exzenterschleifer) drüber. Dieser rotiert nicht um die eigene Achse und kann so die Schleifspuren des Exzenterschleifers ausmerzen.
  • Versuchen Sie es einfach mit einem ganz feinen Schleifpapier*, beispielsweise Körnung 320 oder 400 und schleifen Sie damit die Oberfläche.

Fazit und Zusammenfassung

Das Schleifen mit dem Exzenterschleifer funktioniert in aller Regel ohne Probleme – vorausgesetzt, Sie haben etwas Übung im Handling mit diesem Gerät. Immer wieder kann es Ihnen aber auch passieren, dass Schleifspuren nach dem Abschleifen sichtbar bleiben oder werden.

Das ist in vielen Fällen überhaupt nicht tragisch und lässt sich oft auch sauberes Nacharbeiten mit immer feiner werdenden Körnungen ausbessern. Einer der häufigsten Fehler ist meiner Einschätzung nach das zu feste Aufdrücken auf die Oberfläche. Wenn Sie das unterlassen, ist es oft schon die halbe Miete.

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