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Ihr Ratgeber über das Schleifen

Welche Richtung ist beim Schleifen von Holz die richtige?

Nun, diese Frage klingt ziemlich banal, ist aber beim Holz schleifen von essentieller Bedeutung. Gehen Sie es nämlich falsch herum an, können Macken und Kratzer entstehen, die man später entweder sieht oder nur mühsam wieder entfernen kann. In diesem Artikel erkläre ich daher, welche Richtung beim Holz schleifen eingeschlagen werden sollte, wann es Ausnahmen dazu gibt und was Sie zu diesem Thema sonst noch zu beachten haben.

Hat Holz eine Richtung?

Nun ja, das kann man so sagen – genauer gesagt haben die einzelnen Fasern eine Richtung. Diese Richtung ist in der Regel sehr gut zu erkennen. Man nennt sie auch Faserrichtung. Sie verläuft an und für sich in Richtung des Baumwuchses – man kann auch sagen, dass es sich dabei um die Orientierung der Holzzellen handelt, die in axialer Richtung (längs zur Stammachse) verlaufen.

Eine weitere Begrifflichkeit ist die Maserung des Holzes. Dabei wird die „Zeichnung“ des Holzes bezeichnet. Das Wort „mase“ bezeichnet früher einen Fleck oder eine fleckige Textur. Sie kennen den Begriff Maserung aber wahrscheinlich auch von anderen Stoffen, wie beispielsweise Leder oder auch Fleisch.

Die Faserrichtung des Holzes bildet im Endeffekt die Maserung. Nachstehendes Bild verdeutlicht das:

Maserrichtung

Bei diesem Holztisch (Detailfoto) ist die Maserung sehr gut zu erkennen.

Darüber hinaus gibt es noch eine weitere Richtung im Holz, wie zum Beispiel die radiale- und die tangentiale Richtung. Diese spielen allerdings beim Schleifen von Holz eine untergeordnete Rolle.

In welche Richtung sollte man Holz nun schleifen?

Nun, unabhängig davon, ob Sie mit der Hand oder mit einer Maschine schleifen, sollten Sie auf die Faserrichtung Rücksicht nehmen, also mit ihr schleifen. Das heißt, die Schleifbewegung sollte in Längsrichtung passieren.

Der Grund dafür ist, dass beim Querschleifen Kratzer und Rillen entstehen können, die später entweder nur mühsam oder nicht mehr wegbekommen.

Zudem sollten Sie beim Schleifen (egal ob mit der Hand oder der Maschine) nie zu viel Druck ausüben. Die Arbeit soll die Körnung verrichten. Wenn Sie noch dazu mit zu hohem Druck quer zur Körnung schleifen, können die Schäden an der Holzoberfläche noch deutlich höher sein.

Ein weiterer genereller Tipp ist es, auch beim Schleifen mit der Maserung den Schleifstaub immer wieder auch zwischendurch zu entfernen. So arbeiten Sie deutlich effizienter.

Ein weiterer Aspekt: Die sichtbare Maserung ist in der Regel viel härter, als das restliche Holz, das dazwischen liegt. Beim kreuz- und quer schleifen ergibt sich schon alleine deswegen kein gutes Gesamtbild, weil diese weicheren Schichten „aufgebrochen“ werden.

Maserung 2

Das dunkle Holz ist etwas härter als das dazwischenliegende helle Holz.

Maserung Richtung Holz schleifen

Die Maserrichtung ist in der Regel auch die Schleifrichtung. Es gibt aber manchmal auch Ausnahmen.

Die falsche Richtung erwischt – was kann man tun?

Haben Sie dennoch einmal in die falsche Richtung (also quer zur Maserung) gearbeitet, muss das noch lange kein Beinbruch sein:

Wenn es mit einer groben Körnung passiert ist (zum Beispiel 80), haben Sie danach noch einige Körnungen, um die Spuren zu beseitigen. Beispielsweise könnten Sie dann im Anschluss mit der Körnungsfolge 100 – 140 – 180 – 220 mit Schliffen in Längsrichtung die Kratzer aus dem Erstschliff wieder beseitigen.

Letzte Aktualisierung: 29.09.2022, Bilder von amazon.de

Klar ist aber auch, dass Sie das immer nur nach und nach machen können. Es macht wenig Sinn, nach der 80er Körnung gleich eine 180er Körnung zu benutzen. Lassen Sie zwischen aufeinanderfolgenden Körnungen prinzipiell nie zu viel Abstand.

Wenn Sie mit einer feinen Körnung gegen die Maserung geschliffen haben, ist das im Regelfall kaum tragisch. Mit noch feineren Nachfolgeschliffen mit der Maserung machen Sie den Fehler in der Regel recht gut wieder wett.

Vergleich Körnungen

Sie sollten beim Schleifen immer unterschiedliche Körnungen parat haben. Meist benötigen Sie drei- bis vier Durchgänge, zum Beispiel 100 – 140 – 180 – 220.

Holz schleifen gegen die Maserung: Wann kann man das machen?

Ich schleife Holzoberflächen an und für sich immer mit der Maserung des Holzes – wobei ich in zwei Fällen auch davon abweiche:

Erstens, wenn ich Altlack oder Altanstriche (hier dazu mehr: Lack von Holz abschleifen) von einer Holzoberflächen entfernen möchte und mit der Hand schleife. Dann mache ich oft den ersten Schliff quer zur Maserung, weil dieser mehr Material abträgt und der Lack so schneller ab ist. Natürlich muss man auch hier darauf achten, das darunterliegende Holz nicht zu verletzen.

Zweitens, wenn ich die Oberfläche einnässe, damit sich die Fasern aufstellen, mache ich gelegentlich auch den nachfolgenden Schliff (meist ist das einer mit Körnungen von 100 oder 120) quer zur Maserung. Ich denke, so kann man die aufgestellten Fasern noch besser entfernen. Wichtig ist auch, hier ein noch unbenutztes Schleifpapier* zu verwenden.

Letzte Aktualisierung: 29.09.2022, Bilder von amazon.de

Insgesamt gesehen ist es aus meiner Sicht überhaupt der beste Tipp, nicht zu viel Druck auf das Holz zu bringen. So können auch beim Querschleifen lediglich geringe Rillen und Kratzer entstehen. Oft denkt man, man müsse extrem auf den Schleifklotz, Handschleifer* oder die Schleifmaschine drücken – dem ist aber nicht so.

Erstschliff Körnung 40

Beim Entfernen von Lacken von Holzoberflächen schleife ich meist im ersten Schritt gegen die Maserung.

Welche Richtung beim Holz schleifen: Fazit

Vor allem, wenn Sie mit dem Schleifen noch kaum Erfahrung haben, empfehle ich, dass Sie immer mit der Maserung schleifen. So sind Sie aus meiner Sicht definitiv auf der sicheren Seite. Wenn Sie einmal ausprobieren möchten, wie der Schliff quer zur Maserung aussieht, können Sie das ja einmal an einem Reststück Holz ausprobieren.

Kratzer und Rillen im Holz kann man mit einem konsequenten Nachschleifen mit der Maserung in mehreren Schritten mit unterschiedlichen (immer feiner werdenden Körnungen) ausbessern. Auch mit einem Handschleifgerät und entsprechenden Schleifscheiben* wird der Schliff meist sehr sauber.

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