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Ihr Ratgeber über das Schleifen

Holz richtig raspeln: So gehen Sie dabei korrekt vor

Das Nachbearbeiten von geschnittenem oder gebohrten Holz wird oft mit einer Raspel vorgenommen. Dabei handelt es sich um ein Handwerkzeug zum groben Bearbeiten von Holz oder weichem Stein. Die Raspel besteht aus einzelnen Zähnen/Hieben, die sehr großzügig am Blatt verteilt sind und daher auch einen großen Zwischenraum für die Spanabfuhr bieten. In diesem Beitrag erkläre ich, wie Sie Holz richtig raspeln und was Sie dabei zu beachten haben. Allgemein mehr zu diesem Thema finden Sie hier: Raspeln und Feilen.

Das ist die Raspel

Sehr häufig haben Sie es bei der Werkstoff(nach)bearbeitung mit Raspeln und Feilen zu tun, die sich wesentlich voneinander unterscheiden. So gelten Feilen gemeinhin als sehr feine Handwerkzeuge, während die Raspel* fürs Grobe benutzt wird. Das spiegelt sich eben auch in der Anzahl der Hiebe wieder. Im nachstehenden Bild der Unterschied zwischen einer handelsüblichen Raspel (oben) und einer Feile (unten).

Raspel und Feile Detail

Hier Raspel und Feile im Detail nebeneinander zu sehen.

Ansonsten sind beide Werkzeuge vom Aufbau her gleich. Die Raspel besteht aus den nachstehenden grundlegenden Bestandteilen:

  • Heft/Griff
  • Angel
  • Blatt
  • Hiebe/Zähne

Aufgrund ihres Aussehens wird der Raspelhieb auch als Pockenhieb bezeichnet. Je weniger Hiebe/Zähne das Blatt aufweist, desto gröber ist die jeweilige Raspel*. Zu beachten sind auch die Querschnittsformen – besonders bekannt sind: Flachstumpf, rund und halbrund.

Betreffend Länge von Raspeln sind übliche Größen 200- bis 250 mm, wobei Sie auch deutlich kürzere (zum Beispiel 100 mm) und auch deutlich längere (zum Beispiel 400 mm) kaufen können. Ich komme bei mir zu Hause bei den üblichen Arbeiten bei Holz allerdings mit den 200er Raspeln locker durch.

Wozu wird eine Raspel benutzt?

Die Raspel wird – wie oben angedeutet – hauptsächlich in der Holzbearbeitung benutzt. Meistens kommt man bereits in der Grundschule beim Werken mit diesem Handwerkzeug in Kontakt. Dabei ist die Raspel ausschließlich fürs Grobe gemacht – also einen Feinschliff bekommen Sie mit ihr nicht hin.

Die Einsatzgebiete sind daher relativ beschränkt – meist sind dies entweder Vorarbeiten vor dem Schleifen oder Nacharbeiten nach dem Sägen oder Bohren von Holz. Der Materialabtrag ist dabei relativ hoch, sodass es meist erforderlich ist, nach dem Raspeln noch (fein) zu feilen.

Oft werden Sie Raspeln bei der Holzbearbeitung dazu benutzen, um Stellen zu bearbeiten, an die Sie ansonsten nur schwer herankommen. Aufgrund Ihrer Bauart bietet die Raspel* hier eine gute Hilfestellung.

Hauptsächliche Anwendungsgebiete:

  • Flachstumpfraspel: Abschrägen und Nachbearbeiten von Kanten oder Materialabtrag von Oberflächen.
  • Rundraspel: Der Runde Querschnitt ist ideal geeignet, um Rundungen zu raspeln, wie Sie zum Beispiel nach dem Bohren eines Lochs in Holz vorkommen.
  • Halbrundraspel: Ist eine Mischung aus Rund- und Flachraspel. Den flachen Teil können Sie für Kanten und Oberflächen benutzen, während Sie den runden Teil wie ein Rundraspel verwenden können. Sie können mit der halben Rundung übrigens auch sehr einfach Einkerbungen im Holz vornehmen.
  • Dreiecksraspel: Dieser dreieckige Querschnitt ist prädestiniert bei der Bearbeitung von Innenecken, in die Sie sonst nur sehr schwer hinkommen.
Raspel und Feilen Arten

Hier abgebildet die aus meiner Sicht bekanntesten uns wichtigsten Querschnitte von Raspeln (und Feilen).

Auf der Suche nach einem Raspelset?

Wenn Sie eine neue Raspel brauchen oder überhaupt noch keine zu Hause haben, sehen Sie sich doch einmal dieses Raspelset* an. Mit dabei sind drei 200 mm lange Raspeln in der Ausführung flachstumpf, rund und halbrund. Das Heft ist ein ergonomisch geformter Zwei-Komponenten-Griff. Ideal können diese Raspeln zur Holzbearbeitung benutzt werden.

Letzte Aktualisierung: 28.11.2022, Bilder von amazon.de

So raspeln Sie Holz richtig: Eine Anleitung

Hier habe ich in ein paar Schritten zusammengefasst, wie Sie Holz richtig raspeln und im Anschluss daran auch ein paar Bilder zur Verfügung gestellt:

  • 1. Schritt: Befestigen Sie das zu raspelnde Werkstück gut fest. Das können Sie in einem Schraubstock oder mit Zwingen erledigen. Achten Sie diesfalls immer darauf, dass dieses nicht durch das Einspannen beschädigt wird.
  • 2. Schritt: Nehmen Sie die Raspel zur Hand. Legen Sie diese auf das Werkstück. Halten Sie dabei das Heft mit einer Hand und legen die andere Hand (oder zwei Finger) flach vorne auf das Blatt.
  • 3. Schritt: Bewegen Sie nun die Raspel vor und zurück und – je nachdem, wieviel Sie abraspeln möchten – erhöhen Sie oder verringern Sie den Druck mit der blattführenden Hand. Dabei wird aufgrund der Hiebe das Material quasi aus dem Holz gerissen. Arbeiten Sie daher auch immer in Richtung der Holzmaserung und nicht quer zu ihr.
  • 4. Schritt: Blasen Sie zwischendurch immer wieder die Sägespäne bzw. das Sägemehl weg, damit Sie freie Sicht auf das Werkstück haben.
  • 5. Schritt: Wechseln Sie gegebenenfalls auf gröbere/feinere Raspeln, je nach gewünschtem Ergebnis/Fortschritt.
  • 6. Schritt: Sind Sie fertig, säubern Sie das Werkstück komplett.
  • 7. Schritt: Nun können Sie das Holz weiterbearbeiten – im Regelfall besteht dieser Schritt in einem feinen Feilen.
  • 8. Schritt: Reinigen Sie auch immer Ihre Raspel gleich nach der Benutzung, zum Beispiel mit einer entsprechenden Feilenbürste*.

Beachten Sie: Raspeln lassen sich nicht nachschärfen. Sind sie stumpf oder kaputt müssen Sie diese entsprechend austauschen. Auch die Holzhärte hat Auswirkungen auf die Hiebe – je härter das Holz, desto feiner sollte die Raspel in aller Regel sein, um Ausrisse und Absplitterungen zu vermeiden. Hier dazu auch mehr: Unterschied beim Hieb der Feile sehen und erkennen.

Hier ein paar Bilder, die ich daheim aufgenommen habe:

Werkstück mit Zwinge befestigen

Das Befestigen des zu bearbeitenden Werkstücks ist generell eine wichtige Sache.

Bewegung der Holzraspel

Beim Raspeln brauchen Sie üblicher Weise beide Hände.

Raspel und Feile

Mit der Feile (rechts) bearbeiten Sie das grob Geraspelte meist nach.

Hier habe ich auch das nachstehende Video für Sie herausgesucht und verlinkt, das zeigt, wie ein Linkshänder raspeln sollte:

Holz richtig raspeln: Fazit und Zusammenfassung

Wollen Sie Holz richtig raspeln brauchen Sie zwei Dinge: Die richtige Raspel und etwas Übung (diese können Sie sich auch an einem Reststück aneignen). Mit einer Raspel schaben/fräsen Sie Holz grob ab. Dabei stehen Ihnen unterschiedliche Querschnitte zur Verfügung.

Zu den wichtigsten zählen flachstumpf, rund und halbrund. Zu beachten ist, dass die Raspel* tatsächlich nur fürs Grobe gemacht ist. Wollen Sie Holz feiner bearbeiten, müssen Sie auf Holzfeilen zurückgreifen.

Sehen Sie sich hier ein meiner Ansicht nach gutes Raspelset für Holz an, bei dem die drei wichtigsten Querschnitte vorhanden sind:

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Letzte Aktualisierung: 28.11.2022, Bilder von amazon.de


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