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Ihr Ratgeber über das Schleifen

Schleifpapierarten: Unterschiede und Gemeinsamkeiten

Beim Arbeiten mit Schleifpapier bekommt man es zwangsläufig mit verschiedenen Formaten, Materialien und Körnungen zu tun. Heutzutage ist es relativ schwer, einen Überblick zu behalten. Aufgrund einer Vielzahl an Maschinen gibt es ebenso viele Möglichkeiten, wie Schleifpapiere eingesetzt und produziert werden. In diesem Artikel möchte ich daher etwas näher auf unterschiedliche Schleifpapierarten eingehen und erklären, wo die Unterschiede und Gemeinsamkeiten liegen.

Was ist Schleifpapier?

Schleifpapier ist ein Medium bzw. Werkzeug, mit dem Oberflächen abrasiv bearbeitet werden können, mit dem Zweck, die Schichtstärke zu reduzieren, Fehler auszubessern oder einen Haftgrund zu bieten.

Schleifpapier hat ganz unterschiedliche Namen, wie auch Sandpapier oder Schmirgelpapier. Der Begriff Sandpapier geht auf eine Zeit zurück, in der das Schleifmedium tatsächlich Sand war. Heutzutage wird es in der Regel synthetisch hergestellt (Aluminiumoxid, Siliziumkarbid, etc.).

Außerdem kennt man heutzutage viele unterschiedliche Formen und Zuschnitte von Papieren, die auch an die jeweilige Anforderung angepasst sind (maschinelle oder händische Verwendung).

Welches Schleifpapier* Sie auch immer nutzen möchten, die wichtigsten Kriterien sind meiner Ansicht nach die Körnung, die Form, die Passgenauigkeit auf die jeweilige Maschine (also kein Ø 125 mm Schleifpapier auf einem Ø 115 mm Schleifteller nutzen), die Streuung und die Härte.

Schleifpapier

Mit Schleifpapier lassen sich Materialien abrasiv bearbeiten – das dient der Schichtstärkenminimierung, dem bieten eines Haftgrundes oder dem Ausbessern der Oberfläche.

Diese Schleifpapierarten sind wichtig

Es ist nicht ganz einfach auf unterschiedliche Schleifpapierarten einzugehen. Daher habe ich mich dazu entschieden je nach unterschiedlicher Betrachtungsweise auf die Unterschiede einzugehen, also nach Form, Material, Körnung, Härte, etc.

Unterschiedliche Form von Schleifpapieren

Im Laufe der Zeit haben sich immer andere und weitere Formen von Schleifpapieren entwickelt – die bekanntesten sind aus meiner Sicht:

  • Bögen: Diese sind rechteckig oder quadratisch. Aus ihnen können Sie je nach Bedarf Schleifpapier abreißen bzw. herausschneiden. Sie sind recht praktisch, wenn Sie mit einem Schleifklotz arbeiten, weil Sie flexibel betreffend die Abmessungen sind.
  • Rollen: Von Schleifpapierrollen können Sie ebenfalls Schleifpapier* abreißen. Sie enthalten meist mehrere Meter Papier, deren Länge individuell bestimmbar ist. Aus meiner Sicht immer ideal, ein paar Rollen unterschiedlicher Körnung bevorratet zu haben. Der Vorteil gegenüber dem Bogen liegt auch darin, dass die Rolle kompakter ist und leichter verstaut werden kann.
  • Rundscheiben für die Maschine: Diese werden hauptsächlich auf Exzenterschleifern oder Winkelschleifern (mit Aufsatz) verwendet. Sie sind gelocht oder ungelocht sowie mit unterschiedlichen Durchmessern und Körnungen erhältlich. Die gelochten Scheiben werden bei Geräten mit Absaugungen verwendet, deren Schleifteller ebenfalls Löcher hat.
  • Rechteckiges Schleifpapier für die Maschine: Je nach Verwendung in einer Schleifhilfe oder einem Schwingschleifer gibt es bereits fertig zugeschnittene Schleifpapiere in vordefiniertem Ausmaß – ebenfalls gelocht oder ungelocht. Viele Schleifhilfen für das händische Schleifen ermöglichen das Einspannen dieser Schleifpapierart in einem Klemmbügel.
  • Spezielles Schleifpapier: Darüber hinaus gibt es auch noch ganz spezielle Formen von Schleifpapieren, wie zum Beispiel Schleifbänder (für den Bandschleifer) oder dreiecksförmiges (für den Deltaschleifer).

Hier ein paar Beispiele für unterschiedliche Schleifpapierarten:

Schleifpapier Exzenterschleifer

Gelochtes rundes Schleifpapier für den Exzenterschleifer.

Schleifpapier mit Loch

Gelochtes eckiges Schleifpapier für den Schwingschleifer.

Schleifkörnung aus Aluminiumoxid

Schleifpapier in Rollenform zum Herunterreißen.

Diese Materialarten sind die bekanntesten

Auch hier ist die Bandbreite nicht allzu klein. Für klassisches Schleifpapier (gemeint sind hier nicht etwa Schleifscheiben, sondern das Papier) haben sich zwei ganz bekannte Materialtypen herauskristallisiert:

  • Aluminiumoxid: Dieses Schleifpapiermaterial wird häufig auch als Korund bezeichnet. Es handelt sich dabei um eine Verbindung aus Sauerstoff und Aluminium (chemisch bezeichnet als Al2O3). Dieses Material ist ziemlich zäh und hart. Es kann sehr gut bei langspanenden Werkstoffen als Schleifmittel eingesetzt werden, allen voran Holz und Metall. Meiner Einschätzung nach handelt es sich um das am häufigsten eingesetzten Schleifpapier* (zumindest in klassischen Heimwerkerstuben).
  • Siliziumkarbid: Dieses Schleifmittel ist noch etwas härter als Aluminiumoxid und ist eine Verbindung aus Kohlenstoff und Silizium (chemisch bezeichnet als SiC). Etwa 60% bestehen aus Quarzsand, die restlichen 40% aus Petrolkoks. Siliziumkarbid ist hart und scharfkantig – ideal für das Schleifen von zähen und festen Werkstoffen (Stein, Keramik, Kunststoffe, Lacke, Guss, Titan, etc.). Der Reibwiderstand und der Schmelzpunkt sind sehr hoch, was das maschinelle Schleifen (hohe Reibung und hohe Drehzahl) begünstigt.
  • Zirkonkorund: Ein wahrscheinlich eher unbekannteres Schleifmittel ist Zirkonkorund. Dabei handelt es sich um eine Verbindung aus Aluminiumoxid und Zirkondioxid. Beim Schleifen besteht der große Vorteil dieses Mediums, dass es einen selbstschärfenden Effekt hat – also, dass die Bruchkanten immer wieder scharfkantig sind. Hervorragende Eignung besteht bei diesem Schleifpapier daher für zähe Werkstoffe, wie beispielsweise Edelstahl.
Schleifpapier Aluminiumoxid

Hier im Bild: Schleifpapier aus Aluminiumoxid in unterschiedlichen Körnungen. Es handelt sich hierbei um ein sehr beliebtes Material für die Körnung von Schleifpapier.

Die Korngröße von Schleifpapier

Auch diesbezüglich (oder gerade deswegen) unterscheidet sich Schleifpapier auch untereinander. Grobe Korngrößen sind immer dann empfehlenswert, wenn die Oberfläche eine eher untergeordnete Rolle spielt und ein hoher Flächenabtrag gefordert ist sowie dann, wenn es sich um weiche Materialien handelt (Weichmetall, Holz, etc.).

Im Gegenzug dazu ist eine feine Korngröße ideal für eine besonders hohe Oberflächengüte und bei besonders harten Materialien (Hartmetall, etc.). Ich unterscheide die Körnung gerne nach den Körnungsnummern in fünf Kategorien:

  • sehr grob: P12 bis P40
  • grob: P50 bis P80
  • mittelgrob: P100 bis P150
  • fein: P180 bis P320
  • sehr fein: ab P360

An und für sich ist das Kriterium der Körnungsnummer meist das Hauptunterscheidungsmerkmal zwischen unterschiedlichen Schleifpapierarten – es macht nämlich einen immensen Unterschied, ob Sie beispielsweise mit Körnung 80 oder 180 Schleifen. Das „P“ vor der Nummer steht übrigens für die Norm von Schleifpapier bzw. flexiblen Schleifmitteln nach FEPA (Europäische Vereinigung der Schleifmittelhersteller).

Hier drei Schleifpapiere unterschiedlicher Körnung und Verwendungsmöglichkeit:

Letzte Aktualisierung: 29.09.2022, Bilder von amazon.de

Unterscheidung nach der Härte und Streuung

Ein meiner Einschätzung nach eher unbekanntes Unterscheidungskriterium von Schleifpapier liegt im Härtegrad des Schleifmittels. Dieser gibt die Haltekraft der jeweiligen Bindung des Schleifmittels an, die die Körner auf dem Schleifpapier zusammenhält.

  • Ein hoher Härtegrad ist ideal für das Schleifen von weichen Materialien, längere Standzeiten des Schleifpapiers und kleine/schmale Kontaktflächen.
  • Ein niedriger Härtegrad ist sehr gut geeignet für große Kontaktflächen, schnellen Materialabtrag und das Schleifen von harten Materialien.

Generell gilt, dass je härter das Material ist, das Sie schleifen möchten, desto weicher sollte aller Regel der Härtegrad gewählt werden (und umgekehrt).

Zuletzt gibt es noch den Unterschied der Streuung zwischen einzelnen Schleifpapierarten. Damit ist gemeint, wie dicht die Schleifkörner am Schleifpapier* angeordnet sind:

  • Geschlossene Streuung: Nahezu die gesamte Schleifpapier-Fläche ist hier mit Schleifkörnern belegt. Klarerweise handelt es sich dabei in der Regel um feine Körnungen, bei denen nur mehr wenig Material abtransportiert werden muss. Das Papier ist dadurch auch sehr lange haltbar. Im Prinzip werden mit solcher Streuung bevorzugt sehr harte Materialien geschliffen, wie zum Beispiel Metalle.
  • Halboffene Streuung: Etwa 70- bis 80 % des Schleifpapiers sind mit Körnungen bedeckt. Hier erfolgt eine moderate Abfuhr von Schleifgut. Mit dieser Streuung können Sie zum Beispiel Kunststoffe, harte Hölzer oder Lacke besonders gut bearbeiten.
  • Offene Streuung: Bei dieser Streuung ist etwa zu 50- bis 70 % der Oberfläche des Schleifpapiers mit Körnern besetzt. Viele grobkörnigen Schleifpapiere sind offen gestreut. Der Vorteil liegt im guten Abtransport von Schleifgut. Besonders weiches Holz (wie Nadelhölzer) oder zähe Materialien können so sehr gut geschliffen werden.

Schleifpapierarten: Fazit und Zusammenfassung

Wie Sie sehen, ist es nicht wirklich einfach DEN einen Unterschied zwischen einzelnen Schleifpapierarten auszumachen. Schließlich haben Sie es mit ganz unterschiedlichen Anforderungen und Materialien zu tun.

Es macht natürlich einen großen Unterschied, ob Sie mit einer 80er Körnung weiches Holz mit Hand schleifen oder ein gelochtes 180er Schleifpapier für Hartmetall auf einem Exzenterschleifer nutzen. Das sind zwei Grundverschiedene Dinge, dennoch ist beides Schleifpapier*.

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