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Ihr Ratgeber über das Schleifen

Schleifpapier beim Schwingschleifer wechseln: Anleitung und Tipps

Der Schwingschleifer zählt zu den beliebtesten Schleifmaschinen, die heutzutage benutzt werden. Wie bei anderen Geräten auch, funktioniert das Abschleifen natürlich nur mit einem Schleifpapier. Um dieses anzubringen, gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten: Kletthaftung oder Einspannen. In diesem Beitrag erkläre ich, wie das Wechseln von Schleifpapier beim Schwingschleifer funktioniert und was Sie dabei beachten sollten.

Unterschiedliche Formen von Schwingschleifern

Der Schwingschleifer in seiner klassischen Form hat im Regelfall eine rechteckige oder quadratische Grundplatte. Eine Übliche Abmessung, die viele Geräte haben, ist 93 x 186 mm. Es gibt aber auch viele andere Formen, die teilweise recht unterschiedlich sind. Der Vorteil ein Gerät mit üblicher Abmessung zu kaufen liegt natürlich darin, dass es dazu auch viele passende Schleifpapiere gibt.

Neben der Rechteckform gibt es auch noch andere Schleifgeräte, die dasselbe Funktionsprinzip wie der Schwingschleifer aufweisen, aber eine andere Form aufweisen. Besonders bekannt sind in diesem Zusammenhang der Multischleifer und der Deltaschleifer.

Alle Schwingschleifer* funktionieren nach demselben Prinzip: Der Motor setzt die Schleifplatte (auf welcher das Schleifpapier befestigt ist) auf eine schwingend-kreisende Bewegung. Die Vibrationen der Maschine ergeben sich durch den Schleifhub, der dafür verantwortlich ist, dass Material abgetragen wird. Je größer die Hubbewegung, desto mehr wird geschliffen.

Besonders bewährt sich das Arbeiten mit dem Schwingschleifer beim Zwischenschliff nach dem Grundieren oder lackieren, für das bearbeiten größerer Flächen und bei Feinschliffen. Außerdem kommen Sie mit den spezielleren Formen (Deltaschleifer) auch gut in Ecken oder verwinkelte Bereiche.

Angeklettetes Schleifpapier am Bosch Multi Schleifmaschine PSM 200 AES

Auch die bügeleisenform des Multischleifers funktioniert, wie ein klassischer Schwingschleifer. Ein Schwingschleifer kann daher ganz unterschiedliche Formen der Schleifplatte aufweisen (meist sind sie rechteckig).

Befestigen von Schleifpapier

Ganz allgemein gesprochen gibt es zwei (mir bekannte) unterschiedliche Systeme für den Schwingschleifer:

  • Kletthaftung: Auf der Unterseite der Schleifplatte sind winzig kleine Häkchen angebracht. Die Schleifscheibe muss eine sein, die hinten einen entsprechend Klettbelag oben hat (die meisten Scheiben haben das heutzutage). Durch ein Einfaches ankletten der Scheibe an die Platte hält diese (so wie ein Klettverschluss bei Turnschuhen das auch tut).
  • Einspannen: Hier wird mit einem Mechanismus das Schleifpapier eingespannt. Diese Art der Befestigung ist eher seltenere verbreitet, weil es natürlich nicht ganz so praktisch ist, wie das ankletten. Der Spann-Mechanismus funktioniert je nach Modell und Anbieter meist immer irgendwie ähnlich aber doch ein bisschen anders.

Beide Optionen haben Ihre Vor- und Nachteile – allerdings verfügen die meisten üblichen Maschinen lediglich über die Kletthaftungs-Möglichkeit. Hier habe ich zum Beispiel aber einen Schwingschleifer vorgestellt, der beides kann: Dewalt DWE6411 Schwingschleifer im Test. Das finde ich auch überaus praktisch – so sind Sie flexibel.

Schleifpapier beim Schwingschleifer wechseln

Es gibt wenige Modelle, die Spannen und Kletten zulassen. Der im Bild befindliche Schwingschleifer kann beides.

Schleifpapier beim Schwingschleifer wechseln: So funktioniert es

Hier habe ich beide Möglichkeiten unter die Lupe genommen und zeige den Schleifpapierwechsel beim Schwingschleifer* anhand des oben erwähnten Modells:

Wechsel des Schleifpapiers bei Kletthaftung

Wenn Sie Schleifpapier bei der Kletthaftung wechseln möchten, gehen Sie wie folgt vor:

  • 1. Schritt: Entfernen Sie das Schleifpapier, das gerade anhaftet. Fassen Sie es dazu an einer Spitze und ziehen Sie es ab.
  • 2. Schritt: Ist es erforderlich, sollten Sie nun das Klettgewebe reinigen bzw. abputzen. Meist genügt es sacht drauf zu klopfen. Ist es nämlich verlegt (Staub, etc.) haftet das neue Schleifpapier nicht optimal.
  • 3. Schritt: Legen Sie nun das neue Schleifblatt bündig auf den Schwingschleifer* auf. Richten Sie dabei die Löcher so aus, damit Sie genau über jenen der Schleifplatte liegen.
  • 4. Schritt: Drücken Sie das Schleifpapier sachte an – das reich meist völlig aus.

Hier alle 4 Schritte noch einmal im Detail:

Schleifpapier wechseln Kletthaftung

Immer darauf achten, dass zum Schluss die Löcher auf den Ausnehmungen des Schwingschleifers liegen.

Wechsel des Schleifpapiers bei einer Spannvorrichtung

Wenn Sie Schleifpapier bei einer Spannvorrichtung wechseln möchten, gehen Sie wie folgt vor (Abweichungen zwischen den Modellen bestehen natürlich):

  • 1. Schritt: Lösen Sie die Spannvorrichtung. Das funktioniert bei jedem Gerät erfahrungsgemäß ein wenig anders. Im gegenständlichen Fall muss einfach nur ein Metallbügel links und rechts des Schleifers gelöst werden.
  • 2. Schritt: Spannen Sie das Schleifpapier ein. Dazu müssen Sie sich davor ein ausreichend langes (aber nicht zu langes) Stück abreißen bzw. besorgen. Erst wird es vorne eingeklemmt und dann hinten eingespannt.
  • 3. Schritt: Schließen Sie nun beidseitig die zuvor geöffneten Bügel, um das Papier auch auf der Hinterseite festzumachen. Es darf nicht zu lose geführt werden, da ansonsten das Schleifen ineffizient wird.
  • 4. Schritt: Nachdem viele gespannte Papiere keine Löcher haben, müssen Sie diese erst hineinstanzen. Bei meinem Modell war so eine Stanze im Lieferumfang dabei. Die macht genau dort die Löcher hinein, wo Sie beim Schwingschleifer auch auf der Schleifplatte sind.

Hier alle 4 Schritte noch einmal im Detail:

Schleifpapier wechseln Spannvorrichtung

Bei eingespannten Schleifpapier müssen Sie in der Regel am Ende mit der Stanze die Löcher bohren – dafür können Sie auch eines verwenden, dass beispielsweise auf einer Schleifrolle aufgewickelt ist.

Vergessen Sie nicht, dass der Spannprozess hier nur exemplarisch abgebildet wurde – andere Modelle anderer Hersteller funktionieren natürlich auch anders.

Wann sollte das Schleifpapier überhaupt gewechselt werden?

Erfahrungsgemäß wird der Zeitpunkt des richtigen Schleifpapierwechsels oftmals verabsäumt. Ich empfehle diesen in den folgenden Situationen durchzuführen:

  • Wenn Sie eisenhältige Metalle geschliffen haben, sollten Sie nie andere Metalle damit schleifen (Edelstahl, Nicht-Eisen-Metalle, etc.) Das kann zu Rostbildung führen. Daher sollten Sie in so einer Situation immer mit einem neuen Schleifpapier arbeiten.
  • Das Schleifpapier* ist vom Abriebmaterial zersetzt bzw. verschmiert (wenn zum Beispiel Lack abgeschliffen wurde).
  • Die Körnung taugt nichts mehr, weil sie bereits verschlissen ist (der Schleiffortschritt ist in so einem Falle gering).
  • Immer dann natürlich, wenn Sie die Körnungsnummer wechseln (von grob zu fein).
  • Wenn Sie nach dem Schleifstart merken, dass Sie ein falsches Papier oder eine falsche Körnung gewählt haben.

Ein häufiges Problem beim Schleifen ist das Schleifen mit zu hohem Druck. Dies führt zu einer schnelleren Abnutzung des Schleifpapiers*. Die Folge ist, dass kaum ein Fortschritt mehr spürbar ist, was den Anpressdruck meist zusätzlich erhöht. Daher: Lassen Sie die Arbeit den Schwingschleifer verrichten und führen Sie diesen nur über die Oberfläche. Leichter Druck ist manchmal ok, zu viel Druck hilft definitiv nicht.

Schleifpapier beim Schwingschleifer wechseln: Fazit & Zusammenfassung

Das Wechseln von Schleifpapier beim Schwingschleifer ist wirklich keine große Hexerei. Es gibt zwei Systeme (spannen, kletten), wobei in der Regel Schwingschleifer* mit Kletthaftungen bedient werden. Das ist aus meiner Sicht auch gut so, weil es sehr praktisch ist.

Sie brauchen dazu natürlich auch immer das passende Schleifpapier mit der korrekten Dimension und Lochung an der richtigen Stelle. Das zu finden, stellt aber heutzutage keine Schwierigkeit dar. Sehr wichtig ist es auch, dass Papier zum richtigen Zeitpunkt zu wechseln, spätestens dann aber, wenn es verschlissen ist.

Ich arbeite übrigens daheim mit einem Modell, das beides zulässt, also Spannen und Kletten. Sehen Sie sich dieses hier im Detail an:

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