Skip to main content

Ihr Ratgeber über das Schleifen

Unterschied zwischen einer Holzfeile und einer Metallfeile

Zwei Materialien, mit denen Sie wahrscheinlich auch zu Hause immer wieder in Berührung kommen sind Metall und vor allem Holz. Diese zwei Werkstoffe werden ständig irgendwo verbaut, bearbeitet, gesägt oder gebohrt bzw. geschliffen. Nicht zuletzt werden sie auch immer wieder mit Raspeln und Feilen bearbeitet. In diesem Artikel gehe ich daher darauf ein, wo der Unterschied zwischen einer Holzfeile und einer Metallfeile liegt.

Werkstoff Holz und Metall: Die Unterschiede

Holz und Metalle sind zwei gänzlich unterschiedliche Werkstoffe. Holz ist ein natürlich gewachsener Rohstoff, der grundsätzlich weich ist. Auch Harthölzer sind – verglichen mit anderen Materialien – ziemlich weich.

Beim Bearbeiten von Holz ist daher – egal ob beim Sägen, Bohren, Schleifen oder Feilen im Regelfall ein schneller Arbeitsfortschritt sichtbar. Damit einher geht aber (beim Feilen) auch ein größerer Materialabtrag verbunden mit einer Anforderung – nämlich schnellstmögliche Abfuhr von Spänen und Sägemehl.

Metalle demgegenüber sind immer harte Werkstoffe – auch vermeintliche Weichmetalle (wie Aluminium) sind an und für sich hart. Zwar lassen sich diese Materialien besser und leichter bearbeiten, weich sind sie aber dennoch nicht wirklich.

Das heißt, hier sind die Anforderungen etwas anders: Würden Sie hier mit zu groben Werkzeugen hantieren, würde es definitiv zu Problemen kommen. Beispielsweise können Sie Metalle mit einer Raspel nicht bearbeiten, weil diese dafür viel zu grob ist.

Generell kann punkto Raspeln/Feilen daher sagen: Die Holzbearbeitung funktioniert mit der (groben) Raspel und gewissen Feilen. Die Metallbearbeitung funktioniert nur mit Feilen.

Damit können Sie Holz feilen

Für Holz- und Holzwerkstoffe können Sie also Raspeln und Feilen benutzen. Punkto Raspel* ist der Fall relativ klar. Diese hat eine sehr grobe Struktur und bereits deutlich sichtbar sind die im Gegensatz zur Feile spärlich aus dem Blatt heraustretenden Hiebe/Zähne. Bei Raspeln wird die Zahl der Hiebe daher auch in Hiebe pro cm² angegeben und nicht (wie bei Feilen) in Hieben pro cm der Blattlänge.

Raspelhieb

Der Raspelhieb: Deutlich zu erkennen – die wenigen Zähne/Hiebe treten massiv aus dem Blatt hervor.

Bei den Feilen für Holz sollten Sie auch immer auf sogenannte Einhieb-Feilen zurückgreifen. Das sind solche, die lediglich immer nur eine Hiebreihe (meist schräg zum Blattrand angeordnet) aufweisen. Zudem sollten Sie bei Holz auch auf gefräste Feilen zurückgreifen. Diese haben einen positiven Spanwinkel und sind dafür daher viel besser geeignet.

Einhieb

Der Einhieb: Die Hiebe sind leicht schräg in das Blatt gehauen oder gefräst.

Damit können Sie Metall feilen

Bei Metallen haben Raspeln in jedem Fall nichts verloren. Hier verwenden Sie in erster Linie Kreuzhieb-Feilen. Bei diesen gibt es zwei kreuzartig versetzte Hiebreihen, die übereinandergelegt werden. Dabei entsteht der Unterhieb und der Oberhieb. Durch dieses Kreuzen entstehen rautenförmige Zähne, die beim Schleifen (harter) Metalle Vorteile haben.

Kreuzhieb

Der Kreuzhieb: Die Hiebe, bestehend aus Unterhieb und Oberhieb, sind kreuzförmig übereinander versetzt.

Außerdem sollten Sie bei Metallen auf gehauene Hiebe/Zähne zurückgreifen. Diese sind durch einen negativen Spanwinkel charakterisiert (dazu unten ein Bild). Diese fressen sich nicht in das Material sondern schaben es beim Feilen ab, was bei harten Werkstoffen vorteilhafter ist. Hier dazu mehr: Gehauene und gefräste Feilen.

Skizze Hieb gehauen gefräst

Hier der Unterschied zwischen einer gehauenen und einer gefrästen Feile.

Unterschied zwischen Holzfeile und Metallfeile

Darauf ergibt sich folgende Empfehlung meinerseits, mit der ich zu Hause auch immer gut zurechtkomme:

  • Holz/Holzwerkstoffe: Raspel oder gefräste Feilen mit Einhieb
  • Metall: Gehauene Feilen mit Kreuzhieb

Ein weiteres, wichtiges Kriterium ist die Hiebzahl bzw. die Hiebnummer. Dieses gibt an, wie viele Hiebe überhaupt auf dem Blatt sind. Je höher die Hiebzahl, desto höher auch die Hiebnummer. Das können Sie aus der folgenden Tabelle ablesen:

Hieblänge in mmRaspel (Hiebe pro cm²)Feile (Hiebe pro cm)
Hieb-Nr. 1Hieb-Nr. 2Hieb-Nr. 3Hieb-Nr. 1Hieb-Nr. 2Hieb-Nr. 3Hieb-Nr. 4
100 mm---------17232834
150 mm14202813182328
200 mm11162210152024
250 mm912188131721
300 mm710147111519
350 mm---------6,5101417
400 mm---------691316

In der Regel ist – je härter das zu bearbeitende Material ist- auch eine höhere Hiebnummer erforderlich. Holz kann also mit einer kleineren Hiebzahl/Hiebnummer gut bearbeitet werden, während das harte Metall in der Regel mehr Hiebe benötigt.

Achten Sie darauf, dass Sie nicht Feilen benutzen, die für das jeweilige Material ungeeignet sind. Sie zerstören damit das Material und wahrscheinlich auch die Feile.

Sehen Sie sich hier ein Feilenset bei Amazon an, das etliche unterschiedliche Feilen dabeihat und mit dem Sie meiner Ansicht nach beim üblichen Heimwerken auch sehr gut zurechtkommen:

PFERD Werkstattfeilen-Set in PVC-Rolltasche, 5 Feilen,...*
  • Qualitätsfeilen für Industrie und Handwerk in schützender und klimafester PVC-Rolltasche zur Aufbewahrung im Werkzeugkoffer oder auf der Werkbank

Letzte Aktualisierung: 28.11.2022, Bilder von amazon.de


Ähnliche Beiträge