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Ihr Ratgeber über das Schleifen

Aluminium schleifen: Harte Anforderungen an ein weiches Metall

Aluminium hat sich zu einem echten Alltagsprodukt entwickelt. Dieser Baustoff verbindet einige Vorteile, wie zum Beispiel, dass er leicht ist und auch gut bearbeitet werden kann. Aluminium gilt darüber hinaus als sehr leichtes Metall. In diesem Artikel gehe ich darauf ein, wie Sie Aluminium schleifen, warum das überhaupt erforderlich sein kann und was Sie dabei alles zu beachten haben. Gleich zu Beginn weise ich darauf hin, dass beim Aluminium schleifen gewisse Gefahren entstehen können, auf die ich weiter unten auch etwas detaillierter eingehe. Für diesen Artikel habe ich meine eigene Erfahrung einfließen lassen und auch selbst recherchiert.

Vor- und Nachteile von Aluminium

Aluminium ist heutzutage aus unserem Leben kaum mehr wegzudenken. Egal ab als Baustoff, Dekorationsartikel oder Beim Autobau – sehr viele Dinge würden ohne dieses material nicht so sein, wie Sie sind. Wie andere Werkstoffe auch, hat Alu viele Vorteile aber auch Nachteile zu bieten, die ich hier kurz anführen möchte:

  • Korrosionsbeständig
  • Leichte Bearbeitungsfähigkeit
  • Recycelbar
  • Verträgt schwankende Temperaturen relativ gut
  • Dampfdicht
  • UV-Beständig
  • Geringe Kraftabsorption (Material verformt sich leicht)
  • Gute Wärmeleitfähigkeit (erhitzt sich leicht und schnell)
  • Hoher Energieaufwand bei der Herstellung erforderlich (ökologische Aspekte)
  • Beim Schleifen kann es zu einer Gesundheitsgefährdung kommen

Was ist beim Schleifen von Aluminium zu beachten?

Speziell im Hinblick auf das Schleifen der Oberfläche hat Aluminium einige Eigenschaften, die bei anderen Werkstoffen und auch Metallen in dieser Art und Weise nicht vorkommen:

  • Aufgrund der guten Wärmeleitfähigkeit kann Aluminium die beim Schleifen entstehende Hitze durch Reibung besser ableiten als etwa Metalle auf Eisenbasis.
  • Es handelt sich bei Alu um ein Leichtmetall, dass auch noch relativ weich ist. Daher kann es beim Schleifen zum Schmieren des Metalls kommen.
  • Wahrscheinlich kennen Sie die Oxidationsschicht, die sich bei Aluminium mit der Reaktion des Sauerstoffs aus der Luft bildet. Sie können diese Schicht durch Abschleifen wieder entfernen, beachten Sie aber, dass speziell dann das Aluminium an dieser Stelle rasch wieder oxidiert.
  • Sie können Aluminium sehr schön polieren, weil dabei die Oberfläche relativ schnell verdichtet wird. Hochglanzflächen sind daher in der Regel kein großes Problem.
  • Der beim Schleifen entstehenden Staub ist nicht unproblematisch und kann sogar zu Explosionen führen. Das sollten Sie unbedingt beachten (weiter unten gibt es dazu auch weitere Tipps punkto des Schutzes).

Bedenken Sie, dass Aluminium ein besonderes (Nicht-Eisen) Metall ist und daher punkto Schleifen auch speziellen Anforderungen ausgesetzt ist. Achten Sie daher bei dieser Tätigkeit auf das Schleifmittel und auch den Druck, den Sie auf das Material ausüben.

Warum kann es erforderlich sein, Aluminium zu schleifen?

Wie bei anderen Werkstoffen auch, gibt es eine Reihe von Gründen, die das Schleifen von Aluminium erforderlich machen oder voraussetzen:

  • Eine alte Schicht soll entfernt werden (etwa Lack).
  • Die Oxidationsschichte soll entfernt werden, um dann das Aluminium zu streichen bzw. zu lackieren.
  • Die Oberfläche soll poliert und auf Hochglanz gebracht werden.
  • Die Oberfläche ist beschädigt oder schmutzig und soll durch das Schleifen wieder auf Vordermann gebracht werden.

Das können Sie zum Schleifen verwenden

Um Aluminium zu schleifen stehen Ihnen unterschiedliche Möglichkeiten zur Verfügung. Eine praktische Option ist die Nutzung eines Winkelschleifers mit Aufsatz oder entsprechenden Schleifscheiben*. Aber auch mit einem Deltaschleifer oder Exzenterschleifer ist es möglich, Alu abzuschleifen. Beachten Sie dabei immer die richtige Körnung und das richtige Schleifpapier.

  • Schleifscheiben: Um etwa alte Anstriche, tiefe Kratzer oder einfach nur eine Schicht Aluminium abzutragen, eignen sich Schleifscheiben mit einer Körnung von ab etwa 80 bis 100. Später im Schleifprozess sollte die Körnung dann immer feiner werden. Auch dafür gibt es entsprechende Schleifscheiben.
  • Fächerscheiben: Hierbei handelt es sich um lamellenartig angeordnete Schleifkornbesetzte Elemente, die neben einer guten Anpassung an die Kontur der Oberfläche auch für das Entgraten und Anfasen gut geeignet sind. Hier ein mögliches Produkt für Aluminium und andere NE-Metalle*.
  • Fiberscheiben: Ermöglichen eine hohe Abtragleistung und sind daher eher dann geeignet, wenn Sie viel wegschleifen möchten. Die Standzeit dieser Scheiben ist relativ hoch, was ein langes Arbeiten mit derselben Scheibe begünstigt.

Schleifen Sie niemals Aluminium mit Schleifmitteln, mit dem Sie davor andere Metalle geschliffen haben. Das kann später zu einer Rostbildung am Aluminium führen, weil Sie eben Teile von zuvor geschliffenen Werkstücken auf die Alu-Oberfläche bringen. Das gilt übrigens auch für andere Werkzeuge.

Schleifpapier (oder auch Schleifscheiben*) sind aus meiner Sicht auch bei Aluminium Mittel der Wahl. Ein grober Schliff mit mehr Materialabtrag bedingt eine Körnung von etwa 80 bis 100. In weiterer Folge können Sie feiner Schleifdurchgänge mit beispielsweise einer Körnung von 200 vornehmen. Je feiner die Körnung, desto kontrollierter können Sie das Material abschleifen.

Bei kleineren Werkstücken und Oberflächen können Sie natürlich auch händisch schleifen. Das hat in der Regel auch den Vorteil, dass Sie mehr Gefühl haben, als wenn Sie eine Schleifmaschine in der Hand halten, die dazu noch schnell rotiert.

Fächerscheibe

Fächerscheiben können nicht nur für Holz sondern auch für Aluminium verwendet werden. Wichtig ist, dass die Körnung auch für Alu geeignet ist – das sollte immer auf der Scheibe oder der Verpackung stehen.

Schutzmaßnahmen beim Aluminium schleifen

Wie auch beim Hantieren mit anderen Elektrogeräten auch sollten Sie eine Reihe von Sicherheitsvorkehrungen beim Schleifen in Betracht ziehen. Dazu gehören unter anderem das Tragen einer Schutzbrille* sowie von enganliegender Kleidung oder auch das Schützen der Haut bzw. das Verstauen langer Haare (unter einer Kappe). Außerdem ist das Tragen von Sicherheitsschuhen zu empfehlen. Arbeiten Sie außerdem stets konzentriert, um nicht sich selbst oder andere zu gefährden.

Speziell beim Schleifen von Aluminium kommen aber noch weitere Aspekte hinzu:

Beim Schleifen (aber auch Polieren und Bürsten) entsteht Staub. Dieser ist nicht unproblematisch. Im richtigen Mischungsverhältnis mit dem Sauerstoff der Luft und bei Vorhandensein einer Zündquelle kann es zu Entzündungen oder sogar Explosionen kommen. Auch beim Arbeiten im Nassschleifverfahren kann es zu Reaktionen kommen, die im schlimmsten Fall eine explosive Knallgasmischung ergeben.

Die wichtigsten Regeln und Empfehlungen von der DGVU (Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung) lauten aus der BG-Regel 109-001 (nach meiner Recherche im Internet) dazu:

  • Keine Zündquellen im Bearbeitungsbereich bzw. Bearbeitungsumfeld
  • Aluminium möglichst im Nassverfahren schleifen, polieren und bürsten
  • Bereithalten einer Feuerlöschausrüstung
  • Keine gleichzeitige Bearbeitung von funkenhervorrufenden Materialien
  • Tragen geeigneter Schutzkleidung

Zudem ist das Tragen eines Atemschutzes* dringend empfohlen, da es durch die Staubpartikel zu Beeinträchtigungen der Lunge, wie etwa Aluminium-Asthma kommen kann.

Wie Sie also sehen, ist aus meiner Sicht gerade das Schleifen von Aluminium mit größtmöglicher Vorsicht und einer hohen Erforderlichkeit an Schutzmaßnahmen durchzuführen. Wenn ich dieses Material schleife, mache ich das wenn es möglich ist IMMER im Freien und nicht in geschlossenen Räumen.

Schutzbrille Winkelschleifer

Eine Schutzbrille ist aufgrund der Gefährdung beim Schleifen von Aluminium für die Augen aus meiner Sicht ein unabdingbares Muss.

Anleitung zum Schleifen von Aluminium

Am Beispiel des Abschleifens einer alten Farbschichte zur Vorbereitung eines neuen Aluminium-Anstrichs habe ich die aus meiner Sicht wesentlichen Arbeitsschritte hier zusammengefasst. Das Schleifen unterscheidet sich meiner Erfahrung nach – mit wenigen Ausnahmen – grundsätzlich nicht signifikant zu anderen Metallen:

  • 1. Schritt: Entfernen Sie die Aluminium-Oberfläche von grobem Schmutz und Staub. Dazu können Sie diese abwaschen oder auch eine Bürste verwenden.
  • 2. Schritt: Beginnen Sie im Anschluss mit einer Körnung von 80 oder 100 den Lack abzuschleifen. Dabei sollte die Drehzahl hoch und der Druck mäßig gewählt werden. Bei einem hohen Druck würde zwar mehr Abtragleistung erfolgen aber die Chance auf unschöne Schleifspuren und unbeabsichtigte Vertiefungen wird deutlich erhöht.
  • 3. Schritt: Wechseln Sie nach und nach die Schleifscheiben* aus und arbeiten Sie je nach Bedarf mit immer feineren Körnungen. Somit beseitigen Sie die Schleifspuren der vorherigen Körnung und erhalten nach und nach eine optimale Oberfläche.
  • 4. Schritt: Nun sollten Sie gegebenenfalls noch Ecken und kanten mit einer Feile oder etwas Schleifpapier händisch entgraten. Hier kann es auch durch das Schleifen zu Graten und Spänen kommen.
  • 5. Schritt: Bevor Sie nun weitere Schritte, wie das Grundieren oder das Anstreichen, vornehmen, sollten Sie die Oberfläche unbedingt entfetten (zum Beispiel mit Spiritus).

Spätestens ab einer Körnung von 400 sollte unbedingt auf Nassschleifpapier umgestiegen werden. Eine 400er Körnung ist zum Beispiel für den Abtrag der Aluminium-Oxidschichte ideal. Ab einer Körnung von etwa 800 können Sie das Aluminium sogar Polieren.

Letzte Aktualisierung: 28.11.2022, Bilder von amazon.de

Wenn Sie selbst schleifen möchten aber noch kaum Erfahrung haben, empfiehlt es sich aus meiner Sicht auf einem Rest- oder Teststück Probeschliffe durchzuführen. Dabei können Sie ausprobieren, wie das Schleifen funktioniert und es kann dabei auch zu keinen Fehlern am eigentlichen Werkstück kommen.

Hier habe ich noch ein passendes Video zum Trennen und Schleifen von Aluminium für Sie verlinkt:

Fazit und Zusammenfassung

Aluminium lässt sich im Prinzip so schleifen, wie andere Metalle auch. Es handelt sich allerdings um ein Nicht-Eisen-Metall, das besonders weich ist. Bedingt durch den Schleifstaub kann es speziell bei Alu auch zu Gefahren kommen, die Sie nie unterschätzen sollten. Entsprechende Schutzvorkehrungen sind daher hier besonders wichtig.

Wenn Sie sich nicht drüber trauen, können Sie sich noch immer fachmännische Hilfe holen oder spezielle Stücke von einem Fachbetrieb schleifen bzw. polieren lassen.

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