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Ihr Ratgeber über das Schleifen

Welches Schleifgerät für welchen Zweck geeignet ist

Beim Bearbeiten und Schleifen von Werkstoffen und Materialien stellt sich immer wieder einmal die Frage, welches Schleifgerät für welchen Zweck geeignet ist. Sie können nämlich nicht mit jedem x-beliebigen Schleifer jede Fläche und Form abschleifen. Welche Schleifmaschinen es gibt du welche ich selbst für welche Anwendung geeignet halte, habe ich daher in diesem Beitrag zusammengefasst und gebe Auskunft über die Vor- und Nachteile sowie praktische Anwendungsbeispiele.

Welche Schleifgeräte gibt es?

Heutzutage gibt es eine schier unendliche Zahl an unterschiedlichen Schleifmaschinen und Schleifhilfen zu kaufen. Nicht alles spielen auch im Alltag eine ganz wichtige Rolle, daher habe ich hier einmal jene aufgelistet, die ich für relevant sowie bekannt halt und auf die ich in weiterer Folge etwas näher eingehen möchte:

  • Bandschleifer
  • Exzenterschleifer
  • Winkelschleifer
  • Schwingschleifer
  • Deltaschleifer
  • Trockenbauschleifer

Natürlich gibt es noch mehr verschiedene Schleifmaschinen, allerdings bin ich der Überzeugung, dass dies hier die wichtigsten sind. Hier nun dazu im Einzelnen, welches Schleifgerät für welchen Zweck geeignet ist, mit jeweils drei Vor- und Nachteilen:

Bandschleifer

Der Bandschleifer ist die ideale Entscheidung, wenn es darum geht, große und ebene Flächen schnell und effizient abzuschleifen. Angewendet werden kann dieses Gerät üblicher Weise bei Holz aber auch Kunststoffen oder NE-Metallen.

Die Funktionsweise ist etwas anders, als bei den meisten Schleifgeräten: Das Schliffbild ist linear und nicht radial, weil der Bandschleifer das Schleifband über zwei horizontal liegende Walzen bzw. Rollen antreibt. Somit passieren hier keine kreisenden Bewegungen. Daher sollten Sie auch immer mit der Maserung arbeiten.

Manche Modelle können auch als stationäre Bandschleifmaschine benutzt werden. Solche flexiblen Geräte kosten in der Regel auch etwas mehr, bieten aber auch einige Vorteile. Insgesamt gesehen bekommen Sie im Bereich von etwa 100- bis 300 Euro meiner Erfahrung und Recherche nach sehr gute Bandschleifer.

Zum Arbeiten brauchen Sie ein Schleifband, dass zwischen den Rollen eingespannt wird. Als absoluter Anfänger sollten Sie den einen oder anderen Arbeitsgang lieber auf einem Übungsstück probieren. Halten Sie nämlich die Maschine bei zu hoher Drehzahl zu lange auf derselben Stelle, können unschöne Vertiefungen entstehen.

Letzte Aktualisierung: 30.09.2022, Bilder von amazon.de

Drei Vor- und Nachteile auf einen Blick:

  • schneller Arbeitsfortschritt
  • effizient
  • lineares Schliffbild
  • für Anfänger kaum geeignet
  • nur für ebene Flächen
  • nur mit Schleifband nutzbar
Bandschleifer

Der Bandschleifer ist ideal geeignet für große und ebene Flächen. Er sorgt für einen guten Abrieb und ist schnell beim Arbeitsfortschritt.

Exzenterschleifer

Einer der bekanntesten Schleifgeräte ist der Exzenterschleifer. Dabei handelt es sich um eine kompakte Maschine, die neben der kreisenden Bewegung auch eine exzentrische Bewegung ausführt. Dadurch kann man effizient schleifen und bekommt bei sauberem Arbeiten ein ordentliches Schliffbild.

Die Schleifscheiben sind in der Regel gelocht und passen auf die Löcher, die der Schleifteller an der Unterseite aufweist drauf (achten Sie aber darauf, für das jeweilige Modell die korrekte Scheibe zu nehmen). Durch diese Löcher wird Staub abgesaugt, falls Sie eine Absaugung oder eine Staubfangbox angeschlossen haben.

Letzte Aktualisierung: 29.09.2022, Bilder von amazon.de

Exzenterschleifer weisen hauptsächlich zwei unterschiedliche Größen auf, nämlich einen Durchmesser von 125 mm oder 150 mm. Auf diese Größen sind in der Regel auch die Schleifblätter ausgelegt. Angewendet kann der Exzenterschleifer mit der richtigen Körnung und den korrekten Schleifscheiben auf Holz aber auch Metallen und Kunststoff werden – konkret im Karosseriebau, in der Möbelindustrie aber auch beim Bootsbau. Ich selbst arbeite auch daheim sehr gerne mit diesem Gerät, weil es einfach im Handling und effizient in der Anwendung ist.

Drei Vor- und Nachteile auf einen Blick:

  • sehr feiner Abtrag möglich
  • effiziente Staubabsaugung möglich
  • polieren möglich (mit dem richtigen Aufsatz)
  • Schleifer sollte ständig in Bewegung gehalten werden
  • bei Verkanten Beschädigung der Oberfläche möglich
  • kommt nicht wirklich in Ecken
Exzenterschleifer mit Staubfangbox

Der Exzenterschleifer im Einsatz: Ich arbeite sehr gerne mit diesem Gerät, weil ich es für kompakt und effizient halte. Oft ist auch eine Staubfangbox dabei, was sehr praktisch ist.

Winkelschleifer

Der Winkelschleifer ist ein wahrer Allrounder. Fast jeder Heimwerker besitzt einen und verwendet ihn zum Schleifen und Trennen. Dabei spielen unterschiedliche Aufsätze bzw. Scheiben eine Rolle:

Gängig zum Trennen sind die sogenannten Trennscheiben. Diese sollten nie zum Schleifen benutzt werden. Sie sind etwas schmaler und in aller Regel für das Trennen von sehr harten Materialien geeignet.

Für das grobe Schleifen können Sie Schruppscheiben benutzen. Diese haben keine Körnung und sehen auf den ersten Blick, wie eine Trennscheibe aus – ist aber keine. Sie ist viel dicker (meist 5- bis 7 mm) und eignet sich daher nicht zum Schneiden sondern – je nach möglichem Material – zum Schruppschleifen von Metall und Stein.

Letzte Aktualisierung: 30.09.2022, Bilder von amazon.de

Zum (feineren) Schleifen stehen dann noch eine Reihe von Scheiben zur Verfügung. Sehr bekannt ist die Fächerscheibe, die es für Holz oder Metall gibt oder der Aufsatz (Schleifteller) für Schleifscheiben.

Nicht ungefährlich ist beim Winkelschleifer die Tatsache, dass die Geschwindigkeiten hoch und oft gar nicht arretierbar sind. Achten Sie daher im Speziellen beim Schleifen und Schruppen auf eine wirklich gute Schutzausrüstung.

Drei Vor- und Nachteile auf einen Blick:

  • preiswert (weil meist vorhanden)
  • trennen, schneiden und schruppen mit einem Gerät
  • viele unterschiedliche Aufsätze/Scheiben verfügbar
  • Schliffbild oft unsauber
  • Rundungen kaum/schwer schleifbar
  • Schutzhaube kann beim Schleifen hinderlich sein
Schleifen Winkelschleifer

Bei der Frage welches Schleifgerät für welchen Zweck geeignet ist, spielt auch der Winkelschleifer eine große Rolle. Er ist ein wahrer Allrounder: Schleifen, Schruppen und Trennen sind mit verschiedenen Aufsätzen möglich.

Schwingschleifer

Beim Schwingschleifer wird das Schleifpapier entweder durch einen Klettmechanismus oder durch Einspannen auf der sogenannten Schwungscheibe montiert. Diese Scheibe ist in der Regel rechteckig und wird durch den Motor angetrieben. Es entsteht dabei eine Vibrationsbewegung. Der Schwingschleifer wird daher auch oft als „Rutscher“ oder „Sander“ bezeichnet.

Seine Abtragleistung ist gegenüber beispielsweise einem Exzenterschleifer relativ gering, was bedeutet, dass mit der selben Körnung weniger Material abgetragen wird. Dieses Schleifgerät eignet sich daher hervorragend für Feinschliffe oder beispielsweise den Zwischenschliff nach dem Grundieren oder Lackieren von Holzoberflächen.

Die rechteckige Ausbildung der Schleifscheibe bzw. Schleifplatte bietet auch die Möglichkeit in Ecken zu gelangen (wo rotierende, runde Schleifmaschinen kaum Chancen haben) oder auch Kanten abzuschleifen. Ebenso, wie bei anderen Geräten, besteht in aller Regel die Option, eine Absaugung anzuschließen (zum Beispiel an einen Staubsauger), wenn nicht ohnehin eine Staubfangbox vorhanden ist. Neuere Geräte verfügen an der Unterseite über entsprechende Lochungen, für die es auch passende Schleifbögen gibt.

Letzte Aktualisierung: 30.09.2022, Bilder von amazon.de

Drei Vor- und Nachteile auf einen Blick:

  • rechteckige Grundplatte
  • kann für das Schleifen von Kanten, Ecken und Winkel benutzt werden
  • gute Eignung für Fein- und Zwischenschliff
  • grobes Abschleifen nur bedingt möglich
  • kaum schneller Schleiffortschritt
  • für große Flächen gibt es bessere Geräte
Schwingschleifer

Etwas für die feine Klinge: Der Schwingschleifer ist prädestiniert für den Fein- und Zwischenschliff sowie Vor- und Nachbearbeitung von Holzoberflächen.

Deltaschleifer

Der Deltaschleifer ist eine handliche Schleifmaschine, die mit einem dreieckigen Kopf ausgestattet ist, der in Anlehnung an den griechischen Buchstaben Delta seinen Namen bekommen hat. Er heißt daher auch umgangssprachlich „Dreieckschleifer“. In Wirklichkeit besteht der Kopf aber nicht aus einem echten Dreieck, sondern es sind die Längsseiten leicht gebogen.

Eingesetzt wird dieses Gerät bevorzugt bei der Bearbeitung von Holzoberflächen. Dort im Speziellen für kleine Flächen und verwinkelte Formen sowie Ecken und Kanten. Die Abtragleistung ist nicht besonders hoch, was für den Einsatzzweck aber nicht erforderlich ist.

Wenn Sie so wollen, handelt es sich um einen Schwingschleifer mit einem Dreiecks-Kopf. Sehr häufig lässt sich auch der Hals verstellen, sodass Stellen erreicht werden können, bei denen Sie mit anderen Schleifgeräten chancenlos sind.

Das Schleifpapier wird in so gut wie allen Fällen an den Schleifschuh geklettet. Auch beim Deltaschleifer gibt es oft die Möglichkeit durch gelochte Schleifscheiben, dass der Schleifstaub abgesaugt wird – entweder in eine Staubfangbox oder in eine echte Absaugvorrichtung.

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Drei Vor- und Nachteile auf einen Blick:

  • für Ecken, Kanten und spezielle Formen geeignet
  • häufig recht kostengünstig
  • kommt dort hin, wo andere Geräte keine Chance haben
  • keine hohe Abtragleistung
  • nicht für große Flächen geeignet
  • eher geringes Gewicht – Schleifdruck muss vom Benutzer kommen
Deltaschleifer

Der Deltaschleifer ist im Wesentlichen ein Schwingschleifer mit einer deltaförmigen Schleifscheibe, die noch besser verwinkelte Formen, Ecken und Rundungen kommt.

Trockenbauschleifer

Mit einem Trockenbauschleifer können Sie im Innenausbau Decken oder Wände, beispielsweise aus Gipskarton- abschleifen. Es handelt sich um einen runden Schleifkopf mit einer Stange, die auch Überkopf geführt werden kann, sodass das Gewicht dieser Schleifhilfe in aller Regel ziemlich leicht ist.

Eingesetzt wird er bevorzugt zum Schleifen und Polieren von trockenen Untergründen. Die Anwendung auf feuchten Wänden und Decken ist explizit nicht zu empfehlen. Benötigt wird neben dem Gerät auch eine passende Schleifscheibe (bzw. mehrere Scheiben unterschiedlicher Körnungen). Achten Sie auf eine Absaugung – ohne diese kommt es häufig zu enormer Staubbelastung, die sich im ganzen Raum verteilt.

Kaufkriterien sind bei den verschiedenen Modellen neben dem Preis auch das Gewicht, die Leistung und das Zubehör. Von den Kosten her bekommen Sie im Bereich von 100- bis 200 Euro recht ordentliche Geräte. Beachten Sie allerdings, dass sich meiner Ansicht nach eine Anschaffung nur dann auszahlt, wenn gesichert ist, dass Sie den Trockenbauschleifer auch öfters einsetzen.

Letzte Aktualisierung: 30.09.2022, Bilder von amazon.de

Drei Vor- und Nachteile auf einen Blick:

  • für Überkopfarbeiten geeignet
  • geringes Gewicht – spart Muskelkraft
  • schleifen große Flächen möglich
  • sehr spezielles Schleifgerät und damit für wenige Einsätze unattraktiv
  • kaum für Ecken geeignet
  • produziert ohne Absaugung viel Staub
Trockenbauschleifer

Ein Trockenbauschleifer ist eine sehr spezielle Schleifmaschine für den Innenausbau und Trockenbauwänden.

Welches Schleifgerät für welchen Zweck: Fazit

Es gibt heutzutage viele Schleifhilfen auf dem Markt – mitunter sehr spezielle und nur individuell einsetzbare Modelle. Welches Schleifgerät für welchen Zweck gut einzusetzen ist, ist oft gar nicht so leicht heraus zu finden.

Beim Kauf ist das aber aus meiner Sicht eine der wesentlichsten Entscheidungen, denn wenn Sie schon etwas in ein Werkzeug investieren, sollten Sie zumindest das bekommen, was Sie auch wirklich brauchen. Ich arbeite zu Hause sehr häufig mit dem Winkelschleifer und dem Exzenterschleifer – sehen Sie sich ein meiner Ansicht nach gängiges Modell (hier habe ich es auch getestet: Makita BO5031 Exzenterschleifer) auch hier im Detail an:

Makita BO5031 - Exzenterschleifer - 300 W, BO5031,...*
  • Produkttyp: Exzenterschleifer - 300 W - 125 mm

Letzte Aktualisierung: 30.09.2022, Bilder von amazon.de


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