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Ihr Ratgeber über das Schleifen

Fehler beim Schleifen vermeiden: Acht häufige Probleme & Abhilfen

Wie bei vielen anderen typischen Heimwerkerarbeiten können Sie beim Schleifen viel richtig aber auch einiges falsch machen. Neben der Wahl des richtigen Schleifpapiers, der für Oberfläche besten Schleifmaschine oder der korrekten Körnung gibt es einiges zu beachten und zu berücksichtigen. In diesem Beitrag möchte ich die aus meiner Erfahrung heraus acht größten Problemfelder näher beleuchten und Tipps geben, damit Sie klassische Fehler beim Schleifen vermeiden.

Fehler 1: Zu hoher Druck beim Schleifen

Einer der häufigsten Fehler, den ich leider mangels Geduld auch immer wieder mache, ist zu hohen Druck auf die Oberfläche zu bringen. Sei es mit einem Schleifgerät oder händisch mit dem Schleifklotz – wenn Sie zu viel Druck ausüben, kann es recht schnell zu Komplikationen kommen:

  • Die Rotationsscheibe (Exzenterschleifer*) bzw. die Schwungscheibe (Schwingschleifer) kann ihre Arbeit nicht so verrichten, wie sie soll, weil sie zu fest auf die Oberfläche gedrückt wird.
  • Es entstehen Kratzer und Schleifspuren in der Oberfläche.
  • Das Schleifpapier nutzt sich zu schnell zu stark ab.
  • Es wird auf einmal zu viel Material entfernt, was nachträglich schwer zu sanieren ist.

Das sind sicherlich nur ein paar der Dinge, die passieren können, wenn Sie mit zu hohem Druck arbeiten.

ABHILFE: Drücken Sie nicht zu viel auf. Lassen Sie die Arbeit das Schleifgerät erledigen. Das spart Kraft und Nerven. Was Sie aber brauchen sind Geduld und die richtige Körnung. Soll mehr Material weg, schleifen Sie am besten mit grober Körnung und einem Exzenter- oder Bandschleifer. Für feine Abschliffe dagegen beispielsweise mit feinem Schleifpapier und einem Schwingschleifer*.

Lack von Holz abschleifen mit Exzenterschleifer

Zu hoher Druck hat beim Schleifen noch selten etwas gebracht – vermeiden Sie ihn daher.

Fehler 2: Kein sauberes Schleifpapier verwenden

Dieser Fehler kann zu oberflächlichen Mängeln führen. Bei Holz- oder Holzwerkstoffen kann die Benutzung eines nicht sauberen Schleifpapiers dazu führen, dass es zu einem Eintrag von Schmutzpartikeln in die Oberfläche kommt.

Bei Holz- und Holzwerkstoffen kann das in einer schmutzigen/fleckigen Oberfläche enden, etwa wenn vorher Lack abgeschliffen wurde und die Lackpartikel sind in das Holz „graben“. Speziell bei Metallen kann das aber noch gravierendere Auswirkungen haben: Schleifen Sie nämlich Metalle mit Schleifpapier, das vorher für ein anderes Metall verwendet wurde, kann das in weiterer Folge zu einem Oxidieren (Rosten) der Metalloberfläche führen. Besonders tragisch ist es, wenn sich dadurch Nicht-Eisen-Metalle und Eisen-Metalle vermischen.

ABHILFE: Verwenden Sie möglichst für neue Werkstoffe neues Schleifpapier. Gerade Schleifpapier kostet in aller Regel nicht wirklich immens viel, so würden Sie hier aus meiner Sicht am falschen Fleck sparen. Vor allem dann, wenn Sie nicht mehr wissen, was früher geschliffen wurde, wechseln Sie am besten das Schleifpapier.

Schleifpapier für Exzenterschleifer

Verwenden Sie – wenn möglich – immer neues und sauberes Schleifpapier. Achten Sie darauf besonders beim Abschleifen von Metallen.

Fehler 3: Mangelnde Schutzausrüstung

Das ist kein technischer Fehler, den Sie beim Schleifen begehen, sondern eher eine Randerscheinung – aber eine ganz wichtige. Für mich steht die Schutzausrüstung bei jeder Tätigkeit an erster Stelle, denn ein kaputtes Auge können Sie nicht ersetzen.

Beim Schleifen mit Schleifgeräten entstehen hohe Geschwindigkeiten, die aus hohen Umdrehungszahlen resultieren. Vor allem beim Schleifen mit dem Winkelschleifer, Bandschleifer oder Exzenterschleifer* können immer wieder Partikel umhergeschleudert werden, die ein ernsthafte Gefahr darstellen.

ABHILFE: Tragen Sie immer eine Schutzausrüstung, die sich natürlich nach der Art und Arbeit unterschieden kann. Beispielsweise werden Sie beim reinen händischen Abschleifen mit Schleifklotz in der Regel nicht dieselben Vorkehrungen treffen müssen, wie beim Schleifen mit einer Maschine. Hier ein paar Anregungen aus eigener Erfahrung:

  • Tragen Sie eine Schutzbrille*, die auch randlich abgeschlossen ist, sodass seitlich nichts eindringen kann.
  • Verwenden Sie gegebenenfalls einen Gehörschutz.
  • Tragen Sie (enganliegende) Handschuhe.
  • Wenn Sie lange Haare haben, verstauen Sie diese beim Schleifen zum Beispiel unter einer Kappe.
  • Tragen Sie enganliegende Kleidung, damit nichts davon in die Schleifmaschine gezerrt werden kann.
  • Benutzen Sie eine Atemschutzmaske, um Staubbelastung beim Einatmen zu minimieren.
  • Tragen Sie einen Kopfschutz, wenn Sie Überkopfarbeiten mit dem Schleifer durchführen.
Schutzbrille Winkelschleifer

Eine gute Schutzbrille ist gerade beim Schleifen DIE wichtigste Schutzausrüstung überhaupt – zumindest sehe ich das so.

Fehler 4: Das falsche Schleifgerät benutzen

Ein Fehler, der vielen Heimwerkern oft gar nicht bewusst ist, ist die Benutzung des falschen Schleifgeräts für den jeweiligen Zweck. Was meine ich damit?

Nun, es gibt gewisse Arbeiten, die besser mit einem Schwingschleifer* erledigt werden können aber auch solche, für die man besser einen Band- oder Exzenterschleifer verwendet. Wiederum andere Tätigkeiten sind überhaupt ganz klassische mit der Hand und einer Schleifhilfe besser zu bewerkstelligen.

Die bekanntesten Schleifmaschinen sind: Exzenterschleifer, Schwingschleifer, Winkelschleifer, Multischleifer, Bandschleifer und Deltaschleifer.

ABHILFE: Verwenden Sie Schleifgeräte nach dem jeweiligen Verwendungszweck, natürlich ist klar, dass Sie vermutlich nicht jedes Spezialgerät zu Hause haben (hier habe ich dazu bereits einmal etwas geschrieben: Welches Schleifgerät für welchen Zweck geeignet ist) Hier ein paar Tipps aus eigener Erfahrung:

  • Für große Flächen bieten sich der Band- oder Exzenterschleifer an.
  • Ecken können am besten mit einem Schwingschleifer (oder Deltaschleifer) bearbeitet werden.
  • Für Schmale Seitenflächen sowie spezielle Formen verwende ich meist den Deltaschleifer.
  • Das Brechen von Kanten mache ich klassisch per Hand mit feinem Schleifpapier und Schleifklotz.
Schwingschleifer Holzboden

Der Schwingschleifer funktioniert ganz anders als der Exzenterschleifer – daher macht es einen Unterschied, welches der Schleifgeräte Sie benutzen.

Fehler 5: Die Körnung in zu großen Schritten erhöhen

Ja, das Schleifen und die richtige Schleifpapier Körnung ist ein eigenes Kapitel für sich. Aber auch, wenn Sie einmal die richtige Körnung zum Starten erwischt haben, gibt es weitere Tücken. Eine davon ist es, die Körnung in zu großen Schritten zu erhöhen. Damit ist konkret folgendes gemeint:

In der Regel schleifen Sie Oberflächen in mehreren Schritten, beginnend bei groben bis hin zu feinen Körnungen. Dazwischen gibt es aber noch viele Abstufungen, sodass es defacto nichts bringe, nach einer 60er Körnung gleich die 240er Körnung zu benutzen.

Das Ziel ist ja unter anderem, dass mit der nachfolgenden feinen Körnung das Schliffbild der vorherigen gröberen Körnung verbessert werden soll.

ABHILFE: Lassen Sie beim Schleifpapier* nie zu viele Körnungsnummern zwischen der Anfangs- und der Endkörnung aus. Eine beliebte Abfolge, mit der ich gerne Arbeite, ist 60 – 120 – 180 – 240. Aber jede denkbare andere Kombination, bei der nicht viele Nummern fehlen, ist aus meiner Sicht gut umsetzbar.

Schleifpapier Aluminiumoxid

Erhöhen Sie die Körnung von Schleifpapier nur in geringen Schritten – das bringt ein gutes Endergebnis mit sich.

Fehler 6: Bei Holz wird nicht mit der Maserung geschliffen

Dieser Fehler kann bei Metallen, Kunststoffen oder Keramik nicht passieren, da es sich dabei um keine natürlichen Materialien mit natürlicher Maserung handelt. Holz hingegen weist eine solche Maserung auf.

Ein Fehler, der zu Problemen führen kann (aber es nicht zwangsläufig muss), ist beim Abschleifen die Maserrichtung nicht zu beachten. Das Abschleifen sollte nämlich immer möglichst in der Richtung der Holzmasern erfolgen. Verabsäumen Sie das, kann es entweder zu Kratzern in der Holzoberfläche kommen oder es splittert ein Teil der Oberfläche ab.

ABHILFE: Berücksichtigen Sie beim Abschleifen die Maserrichtung des Holzes. Schleifen Sie wenn möglich immer mit ihr und nicht gegen sie. Beim Abschleifen mit einer Schleifmaschine, die rotiert, wie beispielsweise dem Exzenterschleifer*, bewegen Sie die Maschine in kreisenden Bewegungen in Maserrichtung weiter. Einzige Ausnahme: Wenn Sie die Holzoberfläche gewassert haben, mit dem Zweck, dass sich die Holzfaser aufstellen, könnten Sie auch quer zur Maserung arbeiten (zumindest mache ich das öfters so). Hier dazu auch mehr: Welche Richtung ist beim Schleifen von Holz die richtige?

Maserung 1

Die Maserrichtung ist in der Regel auch die Schleifrichtung. Beachten Sie das für ein optimales Ergebnis.

Fehler 7: Überschätzen Sie Ihr Können nicht

Ein Fehler beim Schleifen, den es zu vermeiden gilt ist jener, die eigenen Fähigkeiten zu überschätzen. Damit meine ich, dass es beim Abschleifen neuer Materialien oder beim Ausprobieren einer neuen Schleifmaschine durchaus dazu kommen kann, dass Probleme mangels Erfahrung auftauchen.

Haben Sie zum Beispiel noch nie Aluminium geschliffen, kann alleine das Unwissen über das Verhalten des Materials zu Problemen führen. Aber auch das Schleifen mit einem Gerät, wie dem Exzenterschleifer, kann eine Herausforderung sein, wenn Sie noch nicht mit so etwas umgegangen sind.

ABHILFE: Klarer Weise können hier zwei Dinge Abhilfe schaffen: Einerseits das Informieren bzw. Auseinandersetzen vor dem Schleifen mit Material und Gerät und andererseits Übung. Wenn ich mir also nicht sicher bin, wie was funktioniert, probiere ich das Ganze einfach an einem Reststück Holz oder Metall aus.

Ratgeber über das Schleifen

Das Schleifen ist eine eigene Wissenschaft für sich. Bei Materialien, Maschinen und Körnungen, die Ihnen unbekannt sind, üben Sie am besten vorher.

Fehler 8: Mangelnde Befestigung des zu schleifenden Werkstücks

In den meisten Fällen haben Sie es beim Schleifen mit Werkstücken zu tun, die nicht fix irgendwo verbaut sind. Klassische Beispiele sind Sessel und Tische, Zaunelemente, Metallstangen, Kanthölzer, etc. Für das Abschleifen sollten diese Stücke nicht irgendwo hingelegt werden, schon gar nicht auf einen glatten Untergrund.

Speziell dann, wenn Sie mit einer Schleifmaschine arbeiten kann es (bei besonders leichten Werkstücken) dazu kommen, dass diese in Vibration versetzt werden oder sich wegdrehen. Das kann in weiterer Folge zu Beschädigungen an der Oberfläche aber auch am Gerät selbst führen.

ABHILFE: Befestigen Sie die zu bearbeitenden Werkstücke beispielsweise auf einer Werkbank, auf Holzböcken oder einem Tisch. Ich verwende dafür eigentlich immer Zwingen, zwischen die ich noch Styropor bzw. Karton einspanne, um die Oberfläche nicht einzudrücken. Mit diesen Maßnahmen arbeiten Sie erstens sicherer und zweitens verrutscht nichts mehr. Während dem Schleifen müssen Sie nur umzwingen, damit alle Teile der Oberfläche auch erreicht werden können.

Vorbereitung

Das Festmachen des Werkstücks mit einer Zwinge bringt viele Vorteile mit sich und ist auch ein Sicherheitsaspekt.

Fehler beim Schleifen vermeiden: Fazit und Zusammenfassung

Die vorgenannten Fehler sind sicherlich nur ein Auszug aus allem, was beim Arbeiten schief gehen kann. Das Gute daran: Mit etwas Aufmerksamkeit, Geschick und Konzentration können Sie viele Fehlerquellen bereits im Vorhinein ausschalten und vermeiden. Hier habe ich die wichtigsten Regeln, die ich auch immer versuche einzuhalten, noch einmal festgehalten:

  • Hohen Druck beim Schleifen vermeiden
  • Immer sauberes Schleifpapier benutzen
  • Gute Schutzausrüstung* tragen
  • Mit dem richtigen Gerät schleifen
  • Die Körnung nur in kleinen Schritten erhöhen
  • Bei Holz mit der Maserung schleifen
  • Das eigene Können nicht überschätzen
  • Werkstücke immer befestigen

Mit der richtigen Herangehensweise minimieren Sie Fehler und arbeiten effizient und hoffentlich unfallfrei.

Wenn Sie noch auf der Suche nach einem Schleifgerät sind, sehen Sie sich diesen Exzenterschleifer an, mit dem ich auch immer sehr gerne arbeite und über den ich (hier: Makita BO5031 Exzenterschleifer im Test) auch bereits einen Testbericht verfasst habe:

Makita BO5031 - Exzenterschleifer - 300 W, BO5031,...*
  • Produkttyp: Exzenterschleifer - 300 W - 125 mm

Letzte Aktualisierung: 30.09.2022, Bilder von amazon.de


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